Stuttgart (www.anleihencheck.de) - "Die sogenannten Methusalem Bonds sind zurück", sagt Jens Furkert, Leiter Anleihehandel an der Börse Stuttgart.
Dabei handle es sich um besonders langlaufende Anleihen von teilweise bis zu 100 Jahren. Der Tech-Konzern Alphabet habe vor wenigen Wochen eine solche Jahrhundertanleihe emittiert. Insgesamt habe Alphabet neue Bonds im Wert von über 20 Milliarden US-Dollar an den Markt gebracht und habe dabei verschiedene Laufzeiten und Währungen - darunter US-Dollar, Schweizer Franken und Britisches Pfund - kombiniert. Alphabet sei aktuell nicht das einzige Technologieunternehmen, das auf sehr langfristige Finanzierungen setze: Bereits zuvor habe Oracle eine 30-jährige Anleihe begeben.
Doch wer investiere in derart langfristige Titel? "In erster Linie sind es institutionelle Anleger wie Lebensversicherungen, die sich die aktuell verfügbaren Zinsen für einen sehr langen Zeitraum sichern möchten", erläutere Jens Furkert. "Privatanleger hingegen bevorzugen meist kürzere Laufzeiten zwischen fünf und maximal 30 Jahren."
Auch am Gesamtmarkt habe sich in den vergangenen Handelstagen Bewegung gezeigt: In Folge der Angriffe der USA und Israels auf den Iran seien Bundesanleihen unter Druck geraten. Grund hierfür seien zunehmende Inflationssorgen infolge gestiegener Öl- und Gaspreise gewesen. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) sei auf 128,71 Punkte gefallen (Vorwoche: 129,59 Punkte). Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sei im Wochenverlauf von 2,72% auf 2,76% pro Jahr gestiegen. Bei den 30-jährigen Bundesanleihen sei die Rendite von 3,39% auf 3,41% gestiegen. (05.03.2026/alc/a/a)
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