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04.03.26 09:52
Eskalation im Nahen Osten: Steigende Ölpreise und Inflation könnten Zentralbanken in die Zwickmühle bringen

Delaware (www.anleihencheck.de) - Die folgenden Auszüge stammen aus einer aktuellen Analyse der Lazard Geopolitical Advisory Group zu den möglichen Markt- und Konjunkturfolgen einer weiteren Eskalation im Nahen Osten:

Während sich das dominante Narrativ auf Öl konzentriere, würden die Märkte zugleich gewinnen, das Risiko eines länger anhaltenden Konflikts einzupreisen, der die Kapitalrenditen belasten könnte. Die Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate hätten die Börse Abu Dhabi sowie den Dubai Financial Market am 2. und 3. März geschlossen. Der konventionelle Zusammenhang zwischen Angebotsunterbrechungen und Ölpreisen würde nahelegen, dass die Preise bei einer anhaltenden Blockade der Meerenge auf 110 US-Dollar steigen könnten; die unkonventionelle und systemische Natur der Risiken deute jedoch auf weiteres Aufwärtspotenzial über dieses Niveau hinaus hin.

Eine anhaltende Störung (der Straße von Hormus) würde zudem erhebliche makroökonomische Folgen mit sich bringen. Marktanalysen zufolge könnten Ölpreise nahe 110 US-Dollar pro Barrel die US-Inflation in Richtung 4% treiben, bei gleichzeitig begrenzten Auswirkungen auf das Wachstum, da die USA Nettoexporteur von Öl und Erdgas seien. Chinas Abhängigkeit von importiertem Rohöl - insbesondere vor dem Hintergrund, dass nahezu die Hälfte seiner Rohölimporte durch die Straße von Hormus transportiert werde - verstärke die Auswirkungen auf das Wachstum; in diesem Szenario müsste das Land mit einer Wachstumsreduktion um 0,5 Prozentpunkte sowie einem vergleichbaren Anstieg der Inflation rechnen. Der Euroraum würde vergleichbare Wachstumsbeeinträchtigungen verzeichnen, wobei die Inflation auf über 3% steigen dürfte - primär getrieben durch höhere globale Ölpreise und zusätzlich verschärft durch intensiveren Wettbewerb um LNG-Lieferungen. Dies würde den Druck auf die Zentralbanken erhöhen, zwischen Inflationsbekämpfung und Wachstumsförderung abzuwägen. (Ausgabe vom 03.03.2026) (04.03.2026/alc/a/a)


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