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03.03.26 11:40
Im Bereich der Hochzinsanleihen lohnt sich Engagement ganz besonders

Brüssel (www.anleihencheck.de) - Im Bereich der Hochzinsanleihen lohnt sich Engagement ganz besonders, so Larissa Joubert und Sara Farias de Carvalho Martins, Buy-Side Fixed-Income ESG Analystinnen von DPAM.

Emittenten von Hochzinsanleihen würden Informationen weniger konsistent offenlegen als ihre Pendants mit Investment-Grade Rating. Das gelte besonders für die ESG-Analyse. Während IG-Unternehmen detaillierte Nachhaltigkeitskennzahlen und Governance-Strukturen veröffentlichen würden, würden HY-Emittenten oft nur das vorgeschriebene Minimum offenlegen.

Die Folge seien blinde Flecken. Erkenntnisse aus dem Austausch mit den Unternehmen würden so für Anleger umso wichtiger. Durch den direkten Dialog könnten Anleger auf proprietäre, nicht öffentliche Informationen zugreifen, die die ESG-Analyse stärken und Anlageentscheidungen unterstützen würden. "Engagement" schaffe daher einen relevanten Informationsvorteil.

Engagement als Wettbewerbsvorteil

Der High-Yield-Markt sei vergleichsweise intransparent. Gründe seien begrenzte Ressourcen für die Berichterstattung, weniger Offenlegungspflichten und eine minimale Abdeckung durch Analysten. Anleger müssten daher die Nachhaltigkeit und Bonität häufig auf Grundlage unvollständiger Daten beurteilen.

Engagement werde so zu einem Wettbewerbsvorteil. Investoren, die konstruktive Beziehungen aufbauen würden, könnten die ESG-Strategie eines Unternehmens besser verstehen. Dies könne die Ergebnisse verantwortungsbewusster Investitionen wesentlich beeinflussen.

Zugang zu proprietären ESG-Daten

Der Dialog mit Emittenten ebne den Zugang zu ESG-Informationen, die nicht öffentlich bekannt seien, aber weitergegeben werden könnten. Beispiele hierfür seien

- detaillierte Umweltkennzahlen wie Emissionen, Abfall und Energieverbrauch

- Informationen zu Schwachstellen in der Lieferkette oder operativen Risiken

- Updates zu Sanierungsmaßnahmen oder Übergangsplänen

Dank dieser Erkenntnisse könnten Anleger aufkommende Risiken identifizieren, Übergangsbemühungen bewerten und Emittenten mit wirklichen Verbesserungen von solchen unterscheiden, die lediglich Mindestanforderungen im Blick hätten.

Verbesserte Investitionsentscheidungen

Die begrenzte Abdeckung durch ESG-Anbieter mache es schwierig, die Nachhaltigkeit von HY-Emittenten schnell und genau zu beurteilen. Gezielte Gespräche würden Anlegern dabei helfen

- Lücken in der Berichterstattung zu schließen, z. B. fehlende Kennzahlen oder Ziele

- veraltete oder ungenaue ESG-Ratings zu korrigieren

- Fortschritte bei strategischen Verpflichtungen zu verstehen

- die zugrunde liegenden Ursachen negativer Trends zu untersuchen, z. B. steigende Emissionen

- die Reaktionen der Emittenten auf Kontroversen und die Korrekturpläne zu überprüfen

- die Qualität der Governance zu bewerten und Verbesserungen zu identifizieren

Investoren würden einen Überblick über die Ambitionen, Einschränkungen und die Entwicklung des Emittenten erhalten - all dies habe einen direkten Einfluss auf die Volatilität von Anleihen.

Vorteile für Investoren und Emittenten

Engagement schaffe für beide Seiten einen Mehrwert. Investoren würden mehr Transparenz und damit eine solidere Grundlage für ihre Überzeugungen erhalten. Emittenten würden die Möglichkeit erhalten, aktuelle Entwicklungen zu teilen, die noch nicht in öffentlichen Berichten berücksichtigt seien. Sie würden außerdem ein besseres Verständnis dafür erhalten, welche Kennzahlen für Anleger Priorität hätten. Sie würden sich über das Interesse an nachhaltigkeitsbezogenen oder Übergangsfinanzierungen klar werden und würden Einblick in ihre Wettbewerbsposition aus Sicht der Anleger erhalten. (03.03.2026/alc/a/a)


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