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19.02.26 12:43
Big Picture-Prognosen schneller erfüllt als erwartet - Trump-Angriffe verschärfen Risiken für Finanzsystem

Bad Homburg (www.anleihencheck.de) - Inwieweit der von US-Präsident Donald Trump nominierte neue Chef der US-Zentralbank Federal Reserve (Fed), Kevin Warsh, tatsächlich für eine unabhängige Geldpolitik steht, bleibt abzuwarten, so die Experten von FERI Cognitive Finance Institute.

Fest stehe jedoch: Mit Blick auf die Stabilität des Weltfinanzsystems seien die USA unter Trump derzeit ein maßgeblicher Risikofaktor. "Schon heute müssen die USA jeden Tag mehr als 3 Milliarden US-Dollar nur für den Zinsendienst aufwenden - mit stark wachsender Tendenz. Im Jahr 2025 lagen die Zinskosten mit rund 1,3 Billionen US-Dollar etwa dreißig Prozent über den Verteidigungsausgaben - ein langfristig völlig unhaltbarer Zustand", erkläre Dr. Heinz-Werner Rapp, Gründer und Leiter des FERI Cognitive Finance Institute. Diese Schieflage erkläre, warum Trump so entschlossen sei, auch noch die Fed unter seine Kontrolle zu bekommen: "Trump will mit Gewalt die Zinsen senken, um die staatlichen Zinskosten zu drücken und gleichzeitig die Wirtschaft anzuheizen." Unter dem Strich erhöhe diese Zielsetzung nach Einschätzung des FERI Cognitive Finance Institute die Risiken für den US-Dollar und das globale Finanzsystem.

Diese Absichten des US-Präsidenten - sowie noch zahlreiche andere "Überraschungen" - habe der Bad Homburger Thinktank bereits in seiner im Januar 2025 erschienenen Zukunftsanalyse "Big Picture: 2025" eindeutig prognostiziert. Rapp zufolge habe diese Ausarbeitung klar gezeigt, dass die Cognitive Finance-Methodik, bei der Daten aus sechs unterschiedlichen Bereichen zu einem ganzheitlichen "Big Picture" vernetzt würden, ungewöhnlich treffsichere Prognosen und Zukunftsszenarien ermögliche.

So habe die umfassende Big Picture-Analyse auch eine zweite Entwicklung vorweggenommen: "Schon vor der zweiten Präsidentschaft von Donald Trump war klar, dass Teile der USA sich immer mehr radikalisieren und liberale Werte abschütteln", sage Rapp. Auch das Aufleben einer US-Großmachtpolitik, die zunehmend neoimperiale Züge annehme, sei bereits 2024 klar erkennbar gewesen: "Die meisten Entwicklungen folgen exakt dem "Project 2025", das vorab als politisches Drehbuch für ‚Trump 2.0‘ entwickelt wurde", erkläre Rapp. Trumps Aversion gegen Europa und seine Neigungen, die NATO und andere multilaterale Organisationen zu verlassen, seien ebenfalls seit langem bekannt gewesen und dürften im Grunde niemanden mehr überraschen. "Die USA agieren unter Trump 2.0 als radikaler Gamechanger und schaffen sich ihre eigene Weltordnung: Maximale Handlungsfreiheit für Amerika, während alle anderen die Rechnung bekommen - selbst enge Partner und Verbündete", verdeutliche Rapp. Damit habe sich eine zentrale Prognose des "Big Picture" vollständig erfüllt - in einzelnen Punkten sogar noch schneller und radikaler als erwartet.

Eine andere wichtige Entwicklung betreffe den Machtzuwachs und die zunehmende politische Einflussnahme der "Tech-Titanen" in den USA. "Der Aufstieg einer elitären Tech-Oligarchie in den USA war eine zentrale These unseres "Big Picture: 2025"", so Rapp. Die anmaßenden und zugleich destruktiven Eingriffe von Elon Musk und seiner DOGE-Behörde in der Herzkammer der US-Politik hätten diese Prognose klar bestätigt. Der Einfluss milliardenschwerer Tech-Barone in den USA zeige sich immer stärker, zuletzt auch als Treiber hinter Trumps Übernahmeplänen für Grönland.

"Die letzten zwölf Monate waren für Europa eine harte Zeit voll schmerzhafter Erfahrungen - ausgelöst durch die radikale Kehrtwende der USA", so Rapp. Die Grönland-Attacke der Trump-Administration gegen Dänemark und weitere NATO-Partner habe das veränderte Weltbild schonungslos offengelegt. Europa habe im neuen Konzert der Großmächte keinen Logenplatz mehr und müsse für sich selbst einstehen. Rapp warne: "Da neben Russland und China neuerdings auch die USA offen europäische Sicherheitsinteressen verletzen, droht eine gefährliche Triangulation - Europa gerät immer stärker in einen geopolitischen Schraubstock." Auch diese Entwicklung, die vor 12 Monaten in Europa kaum jemand erwartet hätte, habe man beim FERI Institut im "Big Picture: 2025" bereits absolut zutreffend prognostiziert. (19.02.2026/alc/a/a)



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