Zürich (www.anleihencheck.de) - Der US-Arbeitsmarkt zeigt sich zu Beginn 2026 in einer sehr guten Verfassung, so David Kohl, Chefökonom bei Julius Bär.
Die Schaffung von mehr Arbeitsplätzen, die niedrigere Arbeitslosigkeit und die höhere Erwerbsbeteiligung würden darauf hindeuten, dass die Beschäftigungssituation in den USA nach der Abkühlung im Vorjahr ihr Gleichgewicht wiedergefunden habe. Das Risiko eines Anstiegs der Arbeitslosigkeit sei aktuell gering, was der FED starke Argumente liefere, auf ein günstigeres Inflationsumfeld zu warten, bevor sie die Zinssenkungen wieder aufnehme.
Mehr Arbeitsplätze habe es vor allem im Gesundheitssektor gegeben, aber auch zyklische Branchen wie das Baugewerbe und das verarbeitende Gewerbe hätten einen positiven Beitrag geleistet. Die Zahl der Beschäftigten im öffentlichen Dienst sei allerdings weiter zurückgegangen. Der Januar-Arbeitsmarktbericht habe auch eine erhebliche Korrektur des Beschäftigungswachstums im Vergleich zum Vorjahr enthalten. In den zwölf Monaten bis März 2025 seien fast 900.000 weniger Arbeitsplätze geschaffen worden.
Die neuesten Beschäftigungsdaten würden auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt in den USA hindeuten, nachdem sich der hohe Bedarf im vergangenen Jahr abgekühlt habe. Bislang gebe es keinen Anstieg der Arbeitslosigkeit, was den Druck auf die FED mindere, sofort mit Zinssenkungen zu beginnen, um sich vor einer Verschlechterung des Arbeitsmarktes zu schützen.
Julius Bär habe seinen erwarteten Zeitplan für die Wiederaufnahme der Zinssenkungen durch die FED von der ersten Hälfte auf die zweite Hälfte des Jahres verschoben. Am wahrscheinlichsten sei eine Senkung um 25 Basispunkte sowohl bei der FOMC-Sitzung im Juli als auch bei der Sitzung im September. (12.02.2026/alc/a/a)
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