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11.02.26 11:41
Deutsche Staatsanleihen bleiben ein sicherer Hafen - Bonität und Nachfrage intakt

Augsburg (www.anleihencheck.de) - In allen großen Volkswirtschaften steigt die Staatsverschuldung und die Ausgaben müssen über Anleihen finanziert werden, so die Analysten der Fürst Fugger Privatbank.

Gleichzeitig habe das Sicherheits-Image staatlicher Anleihen Risse bekommen: Einige europäische Gläubiger hätten schon US-Staatsanleihen abgestoßen bzw. hätten öffentlich mit dem Gedanken gespielt, dies zu tun. Zusätzlichen Druck baue ein möglicher Rückzug internationaler Investoren wie z. B. China auf. In Frankreich sei die Bonität des Staates herabgestuft worden. Deutschland hingegen habe hier stets als Musterschüler gegolten. Zuletzt hätten sich jedoch die Stimmen gemehrt, vorwiegend aus populistischen Lagern, die eine Überschuldung und einen Bonitätsverlust für Deutschland kommen sähen, der für deutsche Anleihen gefährlich wäre. Oliver Grass, Portfoliomanager der Fürst Fugger Privatbank, könne dem nicht zustimmen: "Deutsche Staatsanleihen bleiben ein sicherer Hafen für Anleger und werden selbstverständlich weiter gefragt sein. Dies liegt nicht zuletzt an der Bonität Deutschlands und an der herausragenden Liquidität des deutschen Rentenmarktes." Zwar müsse Deutschland die Staatsverschuldung im Blick behalten, die Bonität bleibe aber auch bei steigenden Staatsausgaben intakt.

Dies gelte auch für die Nachfrage nach Staatsanleihen. Schließlich seien es nicht nur Krisenszenarien, die die Wertentwicklung von Anleihen beeinflusst hätten, sage Grass: "In dem Maß wie Staatsanleihen aus den USA oder Frankreich an Attraktivität einbüßen, wandert der Blick der Anleger, und damit auch die Nachfrage, nach Deutschland." Diese Nachfrage könne deutsche Staatsanleihen selbst dann zu einem sicheren Hafen machen, wenn die Bonität einmal unter etwas mehr Druck geraten sollte. Sie richte sich stets danach, was im Vergleich auf dem Markt angeboten werde. Oliver Grass: "In Europa dürfte die EZB die Inflation zunehmend in den Griff bekommen. Der öffentliche Finanzbedarf steigt jedoch deutlich an. Das wiederum sollte zu höheren Renditen bei den Anleihen führen." Anlegern empfehle er daher bei einer Neuanlage in Anleihen vorerst kürzere Laufzeiten bis zu 3 Jahren. Bei deren Fälligkeit sei ein spürbar höheres Renditeniveau zu erwarten. Das ließe sich dann nutzen, um auch längerfristig zu investieren.

"Wer sich um Risiken bei Anleihen sorgt, der sollte sich die Risikoaufschläge europäischer und amerikanischer Unternehmensanleihen genau ansehen", sage Grass. Die lägen auf einem historisch niedrigen Niveau. Es stelle sich daher die Frage nach einem angemessenen Chance-Risiko-Verhältnis für die dort erzielbaren Renditeaufschläge - gerade im Vergleich zu sicheren "Bunds" mit AAA-Rating.

Zitate Oliver Grass, Portfoliomanager der Fürst Fugger Privatbank:

- "Deutsche Staatsanleihen bleiben ein sicherer Hafen für Anleger und werden selbstverständlich weiter gefragt sein. Dies liegt nicht zuletzt an der Bonität Deutschlands."

- "In dem Maß wie Staatsanleihen aus den USA oder Frankreich an Attraktivität einbüßen, wandert der Blick der Anleger, und damit auch die Nachfrage, nach Deutschland."

- "In Europa dürfte die EZB die Inflation zunehmend in den Griff bekommen. Der öffentliche Finanzbedarf steigt jedoch deutlich an. Das wiederum sollte zu höheren Renditen bei den Anleihen führen."

- "Wer sich um Risiken bei Anleihen sorgt, der sollte sich die Risikoaufschläge europäischer und amerikanischer Unternehmensanleihen genau ansehen." (11.02.2026/alc/a/a)



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