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10.02.26 10:27
Takaichi-Sieg in Japan: Nikkei jubelt, Anleihen reagieren gemischt

London (www.anleihencheck.de) - Die japanische Premierministerin Sanai Takaichi hat nach einer vorgezogenen Wahl am Wochenende einen haushohen Sieg errungen, so Russel Matthews, Portfoliomanager für globale Makrostrategien bei RBC BlueBay Asset Management.

"Bislang haben die Märkte positiv auf das Ergebnis reagiert", sage Matthews.

Der Nikkei habe nach der Wahl um fast 4% zugelegt, und der Yen sei gegenüber dem US-Dollar leicht stärker geworden. Die Reaktion des Anleihemarktes sei dagegen gemischt ausgefallen. Die Rendite für 10-jährige Anleihen sei deutlich um 6 Basispunkte auf 2,3% gestiegen und liege damit nahe den jüngsten Renditehochs. Der Markt scheine also auf den ersten Blick eine lockere Fiskalpolitik zu befürchten.

Nach Einschätzung von Matthews sei jedoch die Reaktion der langlaufenden Staatsanleihen bedeutender. 30-jährige und noch längere Laufzeiten hätten sich relativ gut entwickelt und hätten den Tag unverändert beendet. Dieser Bereich der Zinsstrukturkurve sei in den letzten Monaten aufgrund der zunehmenden Befürchtungen hinsichtlich der fiskal- und geldpolitischen Ziele der neuen Regierung äußerst volatil gewesen. Es sei ein positives Zeichen, dass die erste Reaktion auf den großen Sieg von Takaichi so positiv ausgefallen sei.

Mit Blick auf die Zukunft gebe es viele offene Fragen. Matthews teile jedoch den vorsichtigen Optimismus, der sich an den Märkten abzeichne. Hinsichtlich der geplanten fiskalischen Maßnahmen sei Matthews zuversichtlich und gehe davon aus, dass das Haushaltsdefizit für 2026 nur geringfügig über 3% steigen werde. Im Vergleich zu anderen G10-Ländern stelle dies eine relativ günstige Entwicklung dar.

Der deutlicher als erwartet ausgefallene Wahlsieg ermögliche der Regierung Takaichi eine solidere Finanzpolitik, da der politische Einfluss der kleineren Parteien in der Koalition, insbesondere der JIP (die eine weitaus lockerere Finanzpolitik fordere), geringer sein werde. Der japanische Finanzminister habe darüber hinaus eine interessante Option ins Spiel gebracht: Die Verwendung von Einnahmen aus Devisenreserven zur Finanzierung des Haushaltsdefizits. Diese Idee sei mit vielen Komplikationen verbunden, zeige aber, dass die Regierung tatsächlich die Haushaltsdisziplin aufrechterhalten wolle.

Matthews bewerte die Aussichten für japanische Staatsanleihen weiterhin positiv, insbesondere im lang- und ultralangen Bereich der Zinsstrukturkurve. Der Analyst sei der Ansicht, dass in langlaufenden japanischen Staatsanleihen derzeit zu hohe Risikoaufschläge eingepreist seien, und positioniere sich für eine Abflachung der Kurve und eine positive Gesamtperformance des Marktes. In Bezug auf die Währung sei Matthews gegenüber dem Yen neutral eingestellt. Die jüngsten Absprachen zwischen dem japanischen und dem US-Finanzministerium deuteten darauf hin, dass im Bereich von 158 bis 160 USD/JPY eine tatsächliche Intervention wahrscheinlich werde und den Aufwärtstrend des Währungspaares begrenzen dürfte. Da Matthews jedoch davon ausgehe, dass sich die Inflation relativ gut entwickeln werde, sei es unwahrscheinlich, dass die Bank of Japan unter Druck gerate, ihre zurückhaltende, wenn auch lockere, Haltung zu ändern. Das dürfte ebenfalls die Aufwertung des Yen einschränken. (Ausgabe vom 09.02.2026) (10.02.2026/alc/n/a)


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