Brüssel (www.anleihencheck.de) - Lokalwährungsanleihen aus Schwellenländern erleben einen Boom, was die Zuflüsse von Anlagegeldern angeht. Gründe dafür nennt Thomas Meyer, Country Head Germany von DPAM:
Die Umschichtungen in Schwellenländer-Anleihen seien selten so umfangreich gewesen wie seit dem Amtsantritt von Donald Trump. Das gelte vor allem für Lokalwährungsanleihen. Investoren würden Diversifizierung jenseits der Industrieländer suchen.
Seit 2022/23 würden die Anleihenkurse und die Währungen von Schwellenländern weniger als die der entwickelten Märkte schwanken. In dieser Zeit seien Investments in Milliardenhöhe aus US-Dollar-Anlagen in Schwellenländer-Anleihen und Fonds (überwiegend in Lokalwährung) geflossen.
Verbessert hätten sich nicht zuletzt die Ratings der Schwellenländer - schon seit den späten 1980er Jahren. Dahinter stünden fundamentale Daten sowie wachsende Märkte für Lokalwährungsanleihen. Die Qualität der Staatsanleihen aus den Industrieländern habe sich in dieser Zeit übrigens verschlechtert.
Derzeitige Einschätzung: Hoher Carry, aussichtsreiche Währungen
Dank Renditen von nahezu 8% sei der Carry ein starkes Argument für ein Investment. Er schaffe einen Puffer von 65 Basispunkten pro Monat gegen mögliche Wechselkurs- und Durationsrisiken. Hinzu komme das Zinssenkungspotenzial, das in einigen Schwellenländern noch bestehe.
Positiv schätze Meyer auch die Währungen der Schwellenländer ein, vor allem dank guter Wachstumsaussichten und möglicher Zinssenkungen. Der deutlich höhere Renditeaufschlag mache Anleihen in Lokalwährung attraktiver als in Hartwährung.
Wer unabhängig von engen Benchmarks in sehr viele Länder streue, könne die bestehenden Vorteile besonders breit und flexibel nutzen. Die Benchmark-Anbieter würden derzeit Asien sehr hoch gewichten, obwohl sich deren Renditen teilweise unter dem Niveau von US-Staatsanleihen bewegten. So seien z. B. die Renditen in Lateinamerika oder in ausgewählten afrikanischen Staaten deutlich höher.
Viele Schwellenländer seien den Industriestaaten im Zinszyklus vorausgeeilt und hätten die Zinsen schon erhöht, als in den Industrieländern noch gesenkt worden sei. Die Attraktivität von Frontier-Märkten habe dagegen in jüngster Vergangenheit nachgelassen. (03.02.2026/alc/a/a)
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