Wien (www.anleihencheck.de) - Die Bank of Japan hat ihren Leitzins beibehalten und zugleich ihre Inflationsprognosen nach oben korrigiert, so die Experten von "FONDS professionell".
Damit schaffe sie Spielraum, die nächste Zinserhöhung womöglich schon vor dem Sommer vorzunehmen.
Die Notenbank habe ihren Leitzins am Freitag (23.01.) laut Mitteilung unverändert bei 0,75 Prozent belassen. Sie beobachte die Folgen der Zinserhöhung vom vergangenen Monat und warte das Ergebnis einer vorgezogenen Wahl ab, die die staatlichen Ausgabenpläne beeinflussen könnte. Sämtliche befragten Ökonomen hätten diese Entscheidung erwartet. Die Kreditkosten würden damit auf dem höchsten Stand seit drei Jahrzehnten bleiben.
Höhere Inflationsprognosen, abweichende Stimme
Yen-Schwäche und Wahl im Blick
"Angesichts der nach oben korrigierten Inflation sehe ich, dass die jüngste Yen-Abwertung einen Effekt hat - und ich erwarte einen fortgesetzten Zinsanhebungspfad", habe Harumi Taguchi, Chefvolkswirtin bei S&P Global Market Intelligence, gesagt.
Der Ausblick zeige, dass Gouverneur Kazuo Ueda und der Vorstand nach der Zinserhöhung im vergangenen Monat, die den Leitzins auf das höchste Niveau seit 1995 gebracht habe, einen weiteren Schritt in Richtung Zinserhöhung planen würden. Die Notenbank werde die Auswirkungen des Dezember-Schritts auf Preise und Konjunktur, den inflationstreibenden Effekt der fortgesetzten Schwäche des Yen sowie das Wahlergebnis abwägen müssen, bevor sie das Timing des nächsten Schritts festlege.
Debatte über schnelleres Tempo
"Indem Takata nun eine Erhöhung auf ein Prozent vorschlägt, stellt er die Frage, ob das aktuell erwartete Tempo von etwa einer Anhebung alle sechs Monate nicht beschleunigt werden sollte", habe Chotaro Morita, Chefstratege bei All Nippon Asset Management, gesagt. (mb/Bloomberg) (23.01.2026/alc/a/a)
© 1998 - 2026, anleihencheck.ariva-services.de