Hannover (www.anleihencheck.de) - Soeben wurden die jüngsten Inflationsdaten des PCE-Deflators gemeldet, welche mit 0,2% M/M für den November positiv zu überraschen vermögen, so die Analysten der NORD LB.
Die Kernrate, also die Inflation ohne Lebensmittel und Energie, präsentiere sich mit 0,2% M/M ebenfalls freundlich. Bei der heutigen Veröffentlichung seien die Werte für den Oktober vom Statistikamt anhand einer Formel kalkuliert bzw. nur geschätzt worden. Grund sei der Shutdown, welcher die Datenerhebung für eine gewisse Zeit nicht sinnvoll möglich gemacht habe. Die Jahresrate verbleibe mit 2,8% Y/Y zwar auf einem etwas erhöhten Niveau, jedoch im Einklang mit der Erwartungshaltung der NORD LB, dass diese bald wieder sinken sollte.
Zwar würden wir uns bei der aktuellen Veröffentlichung "noch im letzten Jahr" befinden, die Daten seien mit dem Blick nach vorne geldpolitisch betrachtet aber natürlich extrem relevant. Im Oktober und November würden nämlich bislang in weiten Teilen noch offizielle Daten für den Verbraucherpreisindex, kurz CPI, fehlen. Dieser blinde Fleck bei der Inflationsmessung werde nun somit teilweise geheilt. Dem Lieblingsindex von Alan Greenspan werde somit sicherlich ein wieder größeres Gewicht zuteil. Nach Meinung der NORD LB, dass es in diesem Jahr zu drei Zinssenkungen durch die FED kommen könnte, werde durch die heutigen Zahlen durchaus bestärkt.
Spannend sei in diesem Zuge sicherlich auch die Personalie zum kommenden FED-Chef, welche Jerome Powell spätestens im Mai ablösen werde. Bis dahin möge der Pfad des Leitzinses zwar mit etwas mehr Unsicherheit behaftet sein, Powell habe aber stets betont, dass er aber vor allem auf die ökonomischen Daten schaue. Zumindest inflationsseitig stünden diese einer potenziellen Zinssenkung im März jedoch eher nicht im Wege.
Fazit: Die heutigen Inflationsdaten - zumindest teilweise - würden den blinden Fleck in der Inflationserhebung der Vereinigten Staaten heilen. Mit 0,2% M/M im November überrasche der PCE-Deflator jedenfalls leicht positiv. Die ebenfalls mit ausgewiesenen Oktoberzahlen seien aufgrund des Shutdowns geschätzt worden. Erfreulicherweise weise auch die Kernrate ein Wachstum von nur 0,2% M/M aus. Außerdem seien die finanziellen Spielräume der Haushalte in dem Betrachtungszeitraum angestiegen, was angesichts der hohen Inflationsraten der jüngeren Vergangenheit helfen dürfte. Die heutigen Daten dürften eine Zinssenkung der FED spätestens im März wohl wahrscheinlicher machen. Inflationsseitig gebe es derzeit jedenfalls nur wenige Bedenken. (23.01.2026/alc/a/a)
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