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13.01.26 09:58
Donald Trump stellt Unabhängigkeit der FED erneut in Frage

Wien (www.anleihencheck.de) - Die Börsen in Europa starteten gestern zunächst schwächer in die neue Woche, drehten im Handelsverlauf aber ins Positive, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Unterstützung habe der Sentix-Konjunkturindex für die Eurozone geboten, der von -6,2 Punkte im Dezember auf -1,8 Punkte im Januar gestiegen sei und damit besser ausgefallen sei als von Ökonomen im Schnitt erwartet (-4,9). Sektorseitig habe dies - bezogen auf den marktbreiten STOXX Europe 600 - vor allem die Grundstofftitel angeschoben, welche im Aggregat +1% hinzugewonnen hätten, gefolgt vom Energiesektor mit +0,6%.

In den USA habe abermals die versuchte Einflussnahme Donald Trumps auf die Zinspolitik der FED im Fokus gestanden. Deren Unabhängigkeit werde nach der Androhung einer strafrechtlichen Anklage gegen dessen Präsidenten Jerome Powell einmal mehr in Frage gestellt. Bei der Untersuchung gegen den FED-Chef gehe es um die Renovierung der FED-Zentrale in Washington, wo Powell vor dem Senat Falschaussagen gemacht haben solle. Dieser habe dies bereits in der Vergangenheit zurückgewiesen und das Vorgehen einen "Vorwand" genannt, um ihn zu schnelleren Zinssenkungen zu bewegen. Die Anschuldigungen könnten dazu führen, dass das FED-Gremium möglicherweise einen "Jetzt-erst-recht-nicht"-Ansatz wähle und Zinssenkungen hinauszögere, um dessen Ruf als unabhängige Institution zu verteidigen. Nach einer vorübergehenden Schwäche seien die wichtigsten US-Leitindices dann aber dennoch ins positive Terrain vorgerückt. Der mit Standardwerten bestückte Dow-Jones-Index und der marktbreite S&P 500 hätten gar neue Rekordhochs erklommen und auch der technologielastige NASDAQ 100 habe minimal zulegen können.

Die Börsen in Asien würden sich heute Morgen uneinheitlich zeigen. Während die Börsen in Japan und Hong Kong höher stünden, würden jene in Festland-China schwächer notieren. Datenseitig stehe heute die Veröffentlichung der US-Verbraucherpreisinflation für den Monat Dezember im Fokus. Weiters eröffne mit JPMorgan Chase die nach Bilanzsumme größte US-Bank die Berichtssaison in Übersee.

An den Rohstoffmärkten seien die Ölpreise gestern etwas angezogen. Die Edelmetalle Gold und Silber hätten ihren Höhenflug weiter fortgesetzt. Der Preis für eine Unze Gold habe um knapp 3% auf rund USD 4.630 zugelegt und somit ein neues Allzeithoch ebenso wie der kleine Bruder Silber erklommen, welches sich um über 7% auf rund USD 85 je Unze verteuert habe. Hintergrund für den jüngsten Aufschwung sei neben den geopolitischen Risiken einmal mehr die versuchte Einflussnahme Trumps auf die US-Notenbank und damit auf den geldpolitischen Kurs der FED. Heute Morgen würden sich die beiden Edelmetalle wenig verändert zeigen. Der Bitcoin notiere aktuell bei rund USD 92.000 und damit 1% höher. (13.01.2026/alc/a/a)


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