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12.01.26 12:00
Fed-Unabhängigkeit wackelt - Anleger flüchten in Gold

Zürich (www.anleihencheck.de) - Das US-Justizministerium hat eine strafrechtliche Untersuchung gegen die Fed eingeleitet - Gold und Silber reagierten positiv und stiegen am Montagmorgen um 1,5% bzw. 5%, so die Experten von Julius Bär.

Die Einmischung der Regierung in die Fed sei 2026 ein bullischer Faktor für Edelmetalle, stelle Carsten Menke fest, Head Next Generation Research bei Julius Bär:

• Mit Trump werde es nicht langweilig. Am Wochenende habe das Justizministerium eine strafrechtliche Untersuchung gegen die US-Notenbank (Fed) wegen der Renovierung des Hauptsitzes der Zentralbank eingeleitet. Fed-Chef Powell sehe darin einen Vorwand, um weiteren Druck auf die Fed auszuüben, da Präsident Trump nach wie vor mit der Geldpolitik unzufrieden sei und die Unabhängigkeit der Zentralbank bedrohe. Die Edelmetallmärkte würden seiner Einschätzung zustimmen.

• Die Gold- und Silberpreise seien am Montagmorgen um 1,5% bzw. 5% gestiegen. Zwar sei auch der US-Dollar schwächer, doch scheine die Reaktion der Edelmetallmärkte etwas übertrieben, insbesondere bei Silber. Dies deute darauf hin, dass die Nachrichten die optimistische Stimmung an den Märkten weiter anheizen würden. Dennoch sehe man die zunehmende Einmischung in die Fed und die Bedenken hinsichtlich ihrer Unabhängigkeit als einen der wichtigsten bullischen Faktoren für die Edelmetallmärkte im Jahr 2026.

• Fed-Chef Powell werde im Mai zurücktreten, sodass die künftige Unabhängigkeit der Fed davon abhängen werde, ob sein Nachfolger unabhängig agieren oder sich eng an die Regierung anpassen werde. Anhaltende Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit der Fed und des Status des US-Dollar als Weltreservewährung könnten mehr Anleger auf der Suche nach sicheren Häfen auf die Gold- und Silbermärkte locken und die Preise noch weiter in die Höhe treiben. Der Silbermarkt sei viel kleiner als der Goldmarkt und sensibler gegenüber Bewegungen der US-Zinsen und des US-Dollar - er dürfte deshalb stärker auf solche Bedenken reagieren, wie bereits heute zu beobachten sei.

Dennoch würden die Experten von Julius Bär nach den Marktbewegungen der letzten Wochen glauben, dass die Outperformance von Silber gegenüber Gold übertrieben sei und die Stimmung zu euphorisch geworden sei. Die Experten von Julius Bär würden daher an ihrer neutralen Einschätzung für Silber und der damit verbundenen Empfehlung festhalten, auf das Gold-Silber-Preisverhältnis zu setzen. Gleichzeitig würden die ihre konstruktive Einschätzung für Gold bekräftigen, auch wenn die Preise aus kurzfristiger Sicht ebenfalls überzogen erscheinen würden. Aus längerfristiger Perspektive würden unterstützende Faktoren wie solide Käufe der Zentralbanken und die steigende Verschuldung der Staaten bestehen bleiben. (12.01.2026/alc/a/a)


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