Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Mit einem Emissionsvolumen von rund 115 Mrd. EUR in den Monaten Oktober bis Dezember hat der Primärmarkt für EUR Corporate Bonds das Jahr 2025 fulminant beendet, so die Analysten der Helaba.
In keinem anderen vierten Quartal zuvor sei so viel an den Markt gebracht worden. Insbesondere im November überflügle die Platzierungssumme die Ergebnisse der Vorjahre deutlich. Auch bei der Anzahl der Einzelbonds sei Q4 mit insgesamt 210 Tranchen spitze gewesen. In der Summe erreiche der Bondmarkt im Gesamtjahr ebenfalls einen neuen Rekordstand. Von den Unternehmen seien rund 520 Mrd. EUR eingesammelt worden - 57 Mrd. EUR mehr als noch 2024. Nicht zuletzt die rückläufigen Spreads hätten die dynamische Entwicklung in den vergangenen Monaten unterstützt. Insbesondere im BBB-Segment hätten sich die Risikoprämien im Vergleich zu den A-Ratingklassen überdurchschnittlich eingeengt. Auf Sektorebene hätten unter anderem Handelsunternehmen von überproportional sinkenden Spreads profitiert. Zudem dürfte manch ein Emittent angesichts tendenziell steigender Basiszinsen auf eine Aufschiebung von Refinanzierungsvorhaben verzichtet haben. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sähen die Analysten keinen Anhaltspunkt für eine deutliche Veränderung des Marktumfelds. Dies spreche ihres Erachtens für eine Fortsetzung der robusten Platzierungsaktivität zum Jahresauftakt 2026.
Industrieunternehmen hätten im vierten Quartal mit 17,8 Mrd. EUR bzw. 15,4%, Versorger mit 16,8 Mrd. EUR bzw. 14,5% und der Gesundheitssektor mit 15,3 Mrd. EUR bzw. 13,3% die höchsten Volumina an den Markt gebracht. Auch auf Gesamtjahressicht würden die Industriebranche mit 16% des Marktvolumens und 172 Einzelbonds sowie die Versorger mit 14% und 135 Bonds auf den Spitzenplätzen bleiben. Nicht-europäische Emittenten seien in den Monaten Oktober bis Dezember noch einmal stärker engagiert gewesen. Seit Januar gerechnet erhöhe sich ihr Marktanteil auf 28%. US-amerikanische Unternehmen würden dabei die größte Emittentengruppe stellen. Jeder fünfte Euro sei von diesen begeben worden. Französische Unternehmen seien mit Platzierungen von knapp 18 Mrd. EUR in Q4 etwas weniger aktiv gewesen. Ihr Marktanteil sinke seit Januar gerechnet auf 18% der Emissionssumme.
Nachrang-Anleihen seien im Abschlussquartal etwas mehr begeben worden. Im Gesamtjahr 2025 steige ihr Anteil gegenüber den ersten neun Monaten von 6% auf 7%. Sub-Investmentgrade-Emittenten seien hingegen etwas weniger aktiv gewesen. In der Summe hätten sie 2025 rund 100 Mrd. EUR bzw. 19,4% der Emissionssumme auf sich vereint. Der Marktanteil der BBB-Ratingklassen halte sich unverändert bei etwas unter 40%. Platzierungen im Laufzeitensegment von über 5 Jahren bis zu 7 Jahren würden das beliebteste Emissionsformat mit einem Marktanteil von 30% bleiben. Variabel verzinsliche Titel hätten im vierten Quartal noch einmal zugelegt. Auf das Gesamtjahr gerechnet seien sie nun auf 11% des Emissionsvolumens (56 Mrd. EUR) gekommen. (12.01.2026/alc/a/a)
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