Wien (www.anleihencheck.de) - Nach der US-Zinssenkung in der letzten Woche haben Anleger bereits die nächste Zinssitzung im Januar ins Auge gefasst, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).
Dementsprechend seien gestern in den USA die aufgrund des letzten Shutdowns nachgereichten Beschäftigungszahlen für Oktober und November genau unter die Lupe genommen worden. Dabei sei es im Oktober angesichts der während des Regierungsstillstandes vollzogenen Ausgabenkürzungen zu einem erwartbaren Beschäftigungsrückgang von 105.000 Stellen gekommen. Überraschender sei hingegen gewesen, dass im November ein Anstieg um 64.000 Stellen erfolgt sei, der damit über den Konsensschätzungen in Höhe von 50.000 gelegen habe und einen zumindest etwas robusteren Arbeitsmarkt signalisiere. So schien es auch der Markt zu interpretieren, denn nach der Datenveröffentlichung sei die eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Januar-Zinssenkung von etwa 30% auf 25% gesunken. Zwar sei im November gleichzeitig die US-Arbeitslosenrate von 4,4% auf 4,6% gestiegen, obwohl Analysten keine Veränderung zum Vormonatswert prognostiziert hätten. Dieser Anstieg sollte jedoch unter dem Gesichtspunkt des letzten Shutdowns betrachtet werden. Dieser habe nämlich die Erhebung der Haushaltsdaten erschwert, sodass die Datengrundlage nun mit höheren Standardfehlern behaftet sei als üblich. Damit aber nicht genug mit den Makrodaten. Weiters sei in den USA nämlich der Dezember-PMI für das verarbeitende Gewerbe veröffentlicht worden, der mit einem Rückgang von 52,2 auf 51,8 hinter den Erwartungen von 52,0 geblieben sei. Noch klarer sei die Enttäuschung hinsichtlich des Pendants für den Dienstleistungssektor ausgefallen. Für den Einkaufsmanagerindex sei nämlich ein marginaler Rückgang auf 54,0 prognostiziert worden, der tatsächliche Wert habe jedoch bei 52,9 gelegen.
Die aufgrund des US-Arbeitsmarktberichts etwas gedämpften Zinssenkungserwartungen sowie die insgesamt durchwachsene Datenlage hätten sich gestern überwiegend in überschaubaren Kursverlusten widergespiegelt. So hätten auf den europäischen Aktienmärkten der EURO STOXX 50 als auch der DAX Verluste von etwa 0,6% verzeichnet. Die Ausnahme habe der ATX gebildet, der sich gerade so in den positiven Bereich habe retten können. An den US-Börsen seien der S&P 500 und der Dow Jones um rund 0,2% bzw. 0,6% gefallen, während der in den letzten Tagen schwächelnde NASDAQ 100 leicht habe zulegen können.
An den Rohstoffmärkten sei der Ölpreis gestern zwischenzeitlich auf den niedrigsten Stand seit Februar 2021 gerutscht, da der Abschluss eines Friedensabkommens zwischen der Ukraine und Russland als wahrscheinlicher eingestuft werde und ein Kriegsende möglicherweise zu einer Lockerung der Sanktionen auf den russischen Rohstoffhandel führen könnte. Folglich notiere ein Barrel der Sorte Brent derzeit knapp unter USD 60. Gold zeige sich heute Morgen hingegen nahezu unverändert zu einem Preis von USD 4.330. Zu guter Letzt habe sich der Bitcoin nach den turbulenten letzten Tagen auf nun etwa USD 87.000 stabilisiert.
Die asiatischen Aktienmärkte würden sich heute Morgen gemischt präsentieren. Während die Börsen in China und Hongkong deutlich fester tendieren würden, handele der japanische TOPIX aktuell zu marginalen Abschlägen. Angesichts der teils widersprüchlichen Signale des US-Arbeitsmarktberichts würden in den nächsten Tagen die US-Inflationsdaten in den Fokus rücken. Zuerst stehe jedoch am Donnerstag die Zinssitzung der EZB auf der Agenda, für die eine Beibehaltung des aktuellen Zinsniveaus erwartet werde. (17.12.2025/alc/a/a)
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