Hannover (www.anleihencheck.de) - Aus den gestern veröffentlichten Protokollen der letzten Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) geht hervor, dass in einem Umfeld von geopolitischen Risiken und in Zeiten des Zollstreits zukünftig EZB-seitig geldpolitisch auf Sicht gefahren wird, so die Analysten der NORD/LB in ihrer aktuellen Ausgabe von "NORD/LB am Morgen".
Wörtlich heiße es: "Angesichts der allgegenwärtigen Unsicherheit" sowie des "Risikos von Inflationsschocks in beide Richtungen" möchte sich die Zentralbank für die Zukunft nicht die Hände binden. Die nächste Sitzung sei für den 24. Juli terminiert. Am Kapitalmarkt sei für diesen Termin eine Zinspause vollständig eskomptiert.
Fallende Zinsen würden typischerweise einher mit steigenden Immobilienpreisen gehen. Und siehe da. Der deutsche Immobilienmarkt habe sich im Frühjahr weiter erholen können. Bundesweit würden bei Kaufobjekten in Großstädten die Preise steigen. Laut der Immobilien-Platform ImmoScout24 habe die Nachfrage spürbar angezogen. Das Anfrageinteresse nähere sich beim Häusermarkt wieder den Rekordwerten aus dem Boomjahr 2021. Überdies verringere sich der Verhandlungsspielraum zwischen Verkäufer und Käufer. Deutschlandweit notiere die Preisspanne zwischen Angebots- und Transaktionspreis bei nur noch 7% (Wohnungen) resp. 5% (Häuser).
Tagesausblick: Am letzten Wochenhandelstag gebe es zunächst neue Impulse vonseiten der Auftragseingänge der deutschen Industrie. Mit einer Bestätigung der erwarteten Belebung im Juni dürften sich Finanzmarktexperten und Unternehmen in ihrem aufgehellten Stimmungsbild mit Blick auf die künftige Konjunkturentwicklung weiter bestätigt sehen. Auf europäischer Ebene würden die Produzentenpreise in der Eurozone im Mai veröffentlicht, welche sich auf Monatssicht wohl zum dritten Mal in Folge u.a. wegen gesunkener Energie- und Vorleistungspreise leicht ermäßigt haben dürften. (04.07.2025/alc/a/a)
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