Boston (www.anleihencheck.de) - Unserer Ansicht nach könnten die Auswirkungen des Einwanderungsstopps ein größeres Problem für die US-Wirtschaft sein als die Zölle, so Benoit Anne, Anleiheexperte bei MFS Investment Management.
Natürlich sei noch nicht abzusehen, wie sich der Einwanderungsstopp tatsächlich auswirken werde.
Das andere Szenario beziehe sich auf die Inflation: Wenn es am Arbeitsmarkt zu Engpässen kommen sollte, könnten die Löhne unter Druck geraten. Das würde dazu führen, dass sich die Inflation hartnäckig hält und weitere Zinssenkungen verhindern würde.
Historisch gesehen bestehe ein enger Zusammenhang zwischen dem Bevölkerungs- und dem Wirtschaftswachstum. Je geringer das Bevölkerungswachstum sei, desto geringer sei das Wirtschaftswachstum, was sich letztlich auf das langfristige Zinsniveau auswirken könnte. Oder anders gesagt: Wenn die Auswirkungen des Einwanderungsstopps nicht durch andere Faktoren ausgeglichen würden, müsse man sich in den USA auf weniger Wachstum und niedrigere Zinsen einstellen. Das sei allerdings nicht unbedingt ein schlechtes Szenario für die Duration in den Portfolios von Anleiheinvestoren. Ganz im Gegenteil - es sei denn, es komme zu einem Inflationsschock. Für Wachstumsaktien wäre eine solche Situation jedoch weniger positiv. Vor diesem Hintergrund würden die Produktivität und damit verbundene Effizienzsteigerungen durch den technologischen Fortschritt weiterhin ein wichtiges Thema für Anleger sein. (02.07.2025/alc/a/a)
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