London (www.anleihencheck.de) - Die Ankündigung umfangreicher Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung in Deutschland sowie steigende Verteidigungsausgaben der EU haben die Wachstumsaussichten für die Eurozone deutlich verbessert, so Shaan Raithatha, Senior Economist der Vanguard Investment Strategy Group.
Auch die Aussicht auf eine Waffenruhe in der Ukraine wirke sich positiv auf das wirtschaftliche Umfeld aus. Angesichts höherer struktureller Defizite rechne Raithatha mit einer langsameren Lockerung der Geldpolitik und einer höheren finalen Zinsrate. Die aktualisierte Prognose sehe nun einen EZB-Leitzins von 2,25 Prozent (zuvor 1,75 Prozent) vor.
Wachstumsprognosen angehoben
Es bestünden jedoch Aufwärtsrisiken für das Wachstum, insbesondere falls die geplanten Ausgaben in Deutschland schneller umgesetzt würden als in der Basisprognose der Vanguard Investment Strategy Group angenommen. Eine dauerhafte Lösung des Ukraine-Konflikts, anstelle der von ihr erwarteten "fragilen" Waffenruhe, würde zusätzliche Wachstumsimpulse setzen.
Inflations- und Zinsprognose angepasst
Aufgrund der neuen Erwartung eines überdurchschnittlichen Wachstums im Jahr 2026 hebe die Vanguard Investment Strategy Group ihre Kerninflationsprognose für Ende 2026 um 0,2 Prozentpunkte auf 2,1 Prozent an. In diesem Zuge gehe sie von einem konstruktiveren Wachstumsumfeld aus, wodurch sie einen langsameren Lockerungszyklus und eine höhere Endrate erwarte. Die Vanguard Investment Strategy Group streiche daher zwei Zinssenkungen aus ihrer bisherigen Prognose und erwarte, dass sich der EZB-Leitzins bei 2,25 Prozent einpendele. Dies werde voraussichtlich bis Juni oder September 2025 der Fall sein. (07.03.2025/alc/a/a)
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