Wien (www.anleihencheck.de) - In der Eurozone wird diese Woche die Schnellschätzung zur Inflationsentwicklung im Januar im Vordergrund stehen, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).
Die Energiepreise würden die erwartete Verlangsamung der Inflation im Euroraum im Januar 2025 hinauszögern. Während sowohl die Lebensmittelpreise als auch die Kerninflation voraussichtlich geringfügig sinken würden, werde eine Kombination aus höheren Energiepreisen für Haushalte und einem deutlichen Anstieg der Kraftstoffpreise die Auswirkungen mehr als ausgleichen.
Die Analysten der RBI würden davon ausgehen, dass die Inflationsrate für den Euroraum bei 2,5% p.a. liegen werde (Dezember: 2,4%) und die Kerninflation bei 2,6% p.a. (Dezember: 2,7%). Schuld daran seien die Energiepreise, da die Kraftstoffpreise aufgrund höherer Großhandelspreise bei Rohöl gestiegen seien und auch die Energiepreise für Haushalte höher seien. Zahlreiche europäische Länder würden die Preise im Januar festlegen, was mit einigen anderen Änderungen bei den Energiekosten für Haushalte verbunden sein werde, wie z.B. dem Auslaufen niedrigerer Steuern in Spanien oder einem Anstieg der Stromtransportkosten in den Niederlanden.
Am Zinsmarkt blicke man auf eine ereignisreiche Woche zurück. Es hätten ja schließlich Notenbanksitzungen in den USA und der Eurozone angestanden. Diese hätten aber wenig neue Impulse geliefert.
Die FED habe die Leitzinsen, wie erwartet, konstant bei 4,25% bis 4,5% gehalten und die EZB habe, auch wie erwartet, eine Zinssenkung um 25 BP vorgenommen, womit sich der Einlagezins nun bei 2,75% befinde. Der Fokus am Finanzmarkt habe naturgemäß darauf gelegen, welche Signale die Notenbanken zum weiteren Leitzinspfad geben würden. Bei der US-Notenbank sei FED-Präsident Powell bemüht gewesen, keine Eile bei Anpassungen der Leitzinsen zu signalisieren. Die RBI-Prognose einer Leitzinssenkung um 25 BP im März sei somit mit Risiken behaftet. Da die FED am Ende des Tages aber datengetrieben agieren werde und die jüngste Inflationsveröffentlichung in den USA den Disinflationstrend bestätigt habe, würden die Analysten der RBI an ihrer Prognose noch festhalten und die Inflationsveröffentlichung für Januar abwarten.
Die gepreisten FED-Erwartungen hätten sich am Zinsmarkt nur wenig verändert. Während Powell's Pressekonferenz wohl als eher hawkish betrachtet werden könne, habe sich die EZB als eher dovish gezeigt. Die EZB sei offen gegenüber weiteren Zinssenkungen, da das aktuelle Leitzinsniveau noch als restriktiv betrachtet werde und die EZB vom Erreichen des Inflationsziels im Jahresverlauf 2025 ausgehe. Einer Zinssenkung der EZB im März würden die Analysten der RBI eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit zumessen. Und auch darüber hinaus sähen die Analysten der RBI ihre Prognose von einem Einlagesatz von 2% im Juni 2025 als gut unterstützt, auch wenn sich ein Konsensus im EZB-Rat mit jeder Zinssenkung als schwieriger erweisen werde. Sinkende Inflation bei Dienstleistungspreisen gepaart mit bestehenden Abwärtsrisiken beim Konjunkturausblick sollte aber nach Meinung der Analysten der RBI den Konsensus in Richtung Zinssenkungen verschieben.
Rendite-Rückgänge am kurzen Ende der Bund-Kurve als Reaktion auf niedrigere Inflationsdaten in Frankreich und Deutschland (31.01.) und schwächere BIP-Zahlen in der Kern-Eurozone (30.01.) würden hier gut ins Bild passen. (Ausgabe vom 31.01.2025) (03.02.2025/alc/a/a)
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