New York (www.anleihencheck.de) - Die EZB-Mitglieder sind weitgehend einig darüber, ihren Leitzins auf 2,5 Prozent zu senken - das entspricht der Obergrenze für ihre Schätzung zum neutralen Zinssatz, so die Experten von Neuberger Berman.
Deshalb werde die EZB ihre Leitzinsen höchstwahrscheinlich bereits am Donnerstag um 25 Basispunkte senken. Mehrere Mitglieder seien in letzter Zeit zuversichtlicher geworden, dass die Euro-Inflation bis zum Sommer auf etwa 2 Prozent sinken werde. Die Experten von Neuberger Berman würden glauben, dass der Anstieg der Anleiherenditen am Markt die restriktive Haltung der Geldpolitik verstärke. Die hohe politische Unsicherheit, ausgelöst durch die politische Lage in Frankreich und den Handelskrieg von Trump, dürfte sich auf die Kapitalausgaben auswirken, insbesondere da die Banken im Euroraum im vierten Quartal 2024 ihre Kreditstandards für Unternehmen seit 2023 verschärft hätten.
Deutscher Wahlkampf ohne Einfluss auf EZB-Entscheidung
Leitzinsdifferenz normalisiere Zinsstrukturkurve
Die Ausweitung der Leitzinsdifferenz zwischen der FED und der EZB habe zwei Konsequenzen: Erstens habe sie Auswirkungen auf die Euro-Währung gegenüber dem Dollar, da sich die immer niedrigeren Renditen auf dem Euro-Geldmarkt weiter von den historisch hohen nominalen Renditen in USD entfernen würden. Aus technischer Sicht führe dies zu einer Normalisierung der Form der Zinsstrukturkurve: niedrigere Renditen bei kurzen Laufzeiten und höhere Renditen bei langen Laufzeiten. Tatsächlich stünden Euro-Anleihen immer noch unter dem Einfluss der globalen Anleihemärkte, wobei Letztere von US-Staatsanleihen angeführt würden, deren Renditen seit September letzten Jahres gestiegen seien.
Kerninflation in Deutschland Anlass zur Sorge?
Die Experten von Neuberger Berman würden erwarten, dass die EZB ihre Zuversicht kundtun werde, dass die Inflation in der Eurozone bis Mitte des Jahres wieder auf 2 Prozent sinken werde. Die Experten von Neuberger Berman würden gerne die Ansichten der EZB zur unterschiedlichen Kerninflation in Deutschland (stabil bei 4 Prozent im Jahresvergleich im Dienstleistungssektor), Frankreich (im Zielbereich) und Italien (unter dem Ziel) hören und ihre aktuellen Prognosen zum Konsumverhalten der Haushalte erfahren, da diese angesichts der Unsicherheit und der steigenden Arbeitslosigkeit in Nordeuropa einen Großteil ihrer Lohnerhöhungen angespart hätten. (Ausgabe vom 29.01.2025) (30.01.2025/alc/a/a)
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