Hamburg (www.anleihencheck.de) - Zum Jahresende senkten sowohl die US-Notenbank FED als auch die Europäische Zentralbank (EZB) ein weiteres Mal die Leitzinsen, so die Experten von Union Investment.
Zunächst sei die EZB zur Monatsmitte an der Reihe gewesen. Zum vierten Mal im Jahr 2024 sei mit Blick auf den nachlassenden Inflationsdruck und das Inflationsziel der EZB der Einlagensatz um 25 Basispunkte auf nunmehr 3,0 Prozent gesenkt worden. Hauptrefinanzierungs- und auch Spitzenrefinanzierungssatz seien entsprechend gefallen. Hinsichtlich des weiteren Zinspfads habe sich die EZB mit Hinweisen zurückgehalten und auf die Datenabhängigkeit sowie den Ansatz verwiesen, von Sitzung zu Sitzung zu entscheiden.
So würden die FOMC-Mitglieder im kommenden Jahr im Schnitt nur noch zwei statt zuvor vier Zinssenkungen (gerechnet in Standardschritten von 25 Basispunkten) für angemessen halten. Zudem habe auf der folgenden Pressekonferenz eine klar falkenhafte Tonalität geherrscht, die mit dem Hinweis auf das nunmehr bereits um 100 Basispunkte gesenkte Leitzinsniveau untermauert worden sei.
Die restriktive Botschaft der FED habe an den Finanzmärkten zu den entsprechenden Reaktionen geführt: Die Renditen von US-Treasuries seien deutlich gestiegen und der US-Dollar habe deutlich gegenüber dem Euro aufgewertet. An den Aktienmärkten sei es nach einem sehr freundlichen Auftakt zu Monatsbeginn in der Folge zu Abschlägen gekommen.
Die japanische Nationalbank (BoJ) habe auf ihrer Dezember-Sitzung eher etwas überraschend keine geldpolitische Änderung vorgenommen. Das Leitzinsniveau von 25 Basispunkten sei beibehalten worden. Mit der Entscheidung wolle sich die BoJ noch etwas Zeit verschaffen, um vor einer möglichen Leitzinserhöhung weitere Daten und Entwicklungen abwarten zu können. Die Experten würden im Basisszenario zu einer Leitzinsanhebung im Frühjahr tendieren, aber auch einen Zinsschritt bereits im Januar für möglich halten. Es sei zudem davon auszugehen, dass die von den Experten erwartete Ziel-Rate von 1,25 Prozent zur Jahresmitte oder sogar erst zum Jahresende 2026 erreicht werde. (Ausgabe vom 06.01.2025) (07.01.2025/alc/a/a)
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