Zürich (www.anleihencheck.de) - Der globale High-Yield (HY)-Anleihenmarkt ist auf dem besten Weg, 2024 mit einer starken Performance, die nach elf Monaten bei über 9% in US-Dollar und knapp 8% auf Eurobasis (gehedged) liegt, abzuschließen, so Axel Potthof, Senior Portfolio Manager bei Fisch Asset Management in Zürich.
Wenn es keine größeren Probleme mehr gebe, werde er damit zwölf der vergangenen 15 Jahre mit einem positiven Gesamtertrag beendet haben. Dies vermittele ein Bild von der Stabilität und Widerstandsfähigkeit der Anlageklasse. Angesichts ihrer makroökonomischen Einschätzung eines soliden Wachstums, insbesondere in den USA, und unterstützender Zentralbanken seien die Experten der Ansicht, dass ein global diversifiziertes Portfolio von Hochzinsanleihen auch 2025 ein attraktives Renditepotenzial bieten werde.
Die Fundamentaldaten der Emittenten im globalen HY-Universum seien weiterhin solide. Die wichtigsten Unternehmen in Europa und den USA hätten im Durchschnitt einen Verschuldungsgrad (gemessen an der Nettoverschuldung/EBITDA) von etwa 4x. Die Zinsdeckungsquoten (EBITDA/Zinsaufwendungen) seien etwas zurückgegangen, was den Anstieg der Finanzierungskosten in den letzten zwei Jahren widerspiegele, lägen aber immer noch bei etwa 4-4.5x und damit deutlich über den langfristigen Durchschnittswerten (Quelle: Bank of America). Bei genauerer Betrachtung der einzelnen Sektoren seien natürlich unterschiedliche Entwicklungen festzustellen, zum Beispiel Schwierigkeiten im Automobilsektor im Gegensatz zu den florierenden Freizeit-/Reiseunternehmen. Insgesamt seien die Unternehmen jedoch in guter Verfassung.
Auch bei der Markttechnik gebe es grünes Licht. Die Größe des globalen HY-Markts sei in den letzten zwei Jahren zurückgegangen. Dies sei vor allem darauf zurückzuführen, dass Rising Stars den Markt verlassen hätten und aufgrund von Rating-Heraufstufungen in das Investment-Grade-Segment hätten wechseln können. Die Zahl der neuen Marktteilnehmer sei jedoch geringer gewesen, da es kaum Fallen Angels gegeben habe und die LBO-Aktivitäten aufgrund der relativ hohen Finanzierungskosten gering gewesen seien. Andererseits seien die Mittelzuflüsse in die Anlageklasse nach den schwächeren Jahren 2022-2023 derzeit hoch und spiegelten das positive Umfeld für HY wider. Infolgedessen sei das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage günstig für die Anleihenpreise im Sekundärmarkt.
Die relativ soliden Fundamentaldaten und die unterstützenden technischen Faktoren spiegelten sich in den Bewertungen wider. Die Spreads gegenüber Staatsanleihen hätten anspruchsvolle Niveaus erreicht. Die Bewertungen seien ähnlich ambitioniert wie bei Aktien oder anderen Kreditsegmenten, zum Beispiel Investment Grade. Die Spreads sind im historischen Kontext jedoch nicht so eng, wie sie erscheinen, so die Experten von Fisch Asset Management. Beispielsweise habe sich in den letzten Jahren die Qualität des HY-Markts, gemessen an den Ratings, verbessert. So liege der Anteil der höchsten Ratingkategorie BB heute bei 60%, während er 2007 nur 40% betragen habe. Umgekehrt habe der Anteil der risikoreichsten Kategorie, der CCC-Anleihen, damals bei 16% gelegen und liege heute bei 9,5%.
Darüber hinaus habe sich die Duration des globalen HY-Markts in den letzten Jahren deutlich verringert. Heute betrage die effektive Duration 3.2 Jahre, während sie im Jahr 2021 noch 4.0 Jahre betragen habe. Bereinigt um die kürzere Duration befänden sich die Spreads in einem ähnlichen Bereich wie über längere Zeiträume der letzten Jahre hinweg. Damit seien die Spreads nach Ansicht der Experten nicht so teuer, wie es auf den ersten Blick wirke, denn der breite Markt sei einerseits heute weniger risikobehaftet und andererseits reflektierten sie die stabilen Fundamentaldaten.
Die Experten würden davon ausgehen, dass die Faktoren, die ein starkes Jahr 2024 begünstigt hätten, auch im Jahr 2025 zum Tragen kommen würden. Dies dürfte Renditeerwartungen nahe der aktuellen Marktrendite von 7% ermöglichen. Die Experten rechneten zwar nicht mit einer Rezession, aber es könnten trotzdem gewisse Risiken auftreten, insbesondere politische Interventionen, die bestimmte Sektoren betreffen könnten, und/oder geopolitische Spannungen. Angesichts der immer noch relativ hohen Zinssätze seien die Zentralbanken durchaus in der Lage, die Volkswirtschaften weltweit zu stützen. (16.12.2024/alc/a/a)
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