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10.12.24 11:06
Investment-Grade-Corporates in Erwartung hoher Zuflüsse aus Geldmarktfonds

Zürich (www.anleihencheck.de) - In den vergangenen zwei Jahren verbesserte sich das Rendite-Risiko-Verhältnis für globale IG (Investment Grade)-Unternehmensanleihen stark, so Matthias Busuttil, Portfoliomanager bei Fisch Asset Management in Zürich.

Einerseits habe sich durch den massiven Zinsanstieg die Duration reduziert, während gleichzeitig die laufende Rendite (Carry) gestiegen sei. Aktuell eröffne sich Investoren die seltene Chance, sich auf mehrere Jahre hinaus eine attraktive Rendite bei einer sehr geringen Ausfallwahrscheinlichkeit zu sichern. Für 2025 erwarteten die Experten Renditen im Bereich der aktuellen Verzinsung, wobei sich durch einen Zinsrückgang die Chance auf zusätzliche Kursgewinne ergebe. Das erhöhte Leitzinsniveau sorge für einen hohen Spielraum der Zentralbanken im Falle einer Konjunkturschwäche und versetze diese in eine angenehme Ausgangslage. Sollten sich globale Wachstumsimpulse sowie die Inflation zurückentwickeln, könnte ein zusätzlich positiver Renditeeffekt durch tiefere Zinsen entstehen.

Die US-Zinskurve habe bereits begonnen, steiler zu werden, da das vordere Ende weiterhin eng an die Leitzinsaussichten gebunden sei, während die langfristigen Renditen aufgrund höherer Wachstums- und Inflationsaussichten gestiegen seien. In der Vergangenheit habe eine erneute Versteilerung der Zinskurve stark mit Abflüssen aus Geldmarktfonds korreliert, da die Anleger einem Wiederanlagerisiko ausgesetzt seien, je länger sie mit der Suche nach besser rentierenden Anlagen warteten. Da derzeit rekordverdächtige 6,5 Billionen Dollar in Geldmarktfonds geparkt seien, könnte ein weiterer Rückgang der Leitzinsen eine Umschichtung in IG-Anleihen auslösen.

Die Gesamtrenditen (USD: 5,2%, EUR: 3,2%) seien im Vergleich zu den historischen Durchschnittswerten nach wie vor hoch und böten attraktive Einstiegsmöglichkeiten. Basierend auf den aktuellen Markteinschätzungen zur künftigen Form der Zinskurve werde erwartet, dass sich der Renditeunterschied zwischen IG-Unternehmensanleihen und Geldmarktfonds in den kommenden zwölf Monaten deutlich auf etwa 1,5% ausweiten werde. In Erwartung der ersten Zinssenkung durch die US-Notenbank hätten sich die Zuflüsse in Fonds, die in hochqualitative Anleihen investieren würden, in diesem Jahr beschleunigt - und die starke Nachfrage dürfte angesichts der Kombination aus hohen Renditeniveaus und der Aussicht auf weitere Zinssenkungen anhalten.

Darüber hinaus sei eine graduelle Senkung des Leitzinses, wie sie derzeit von den Marktteilnehmern erwartet werde, für die Credit Spreads besser als ein scharfer Zinssenkungszyklus. Die geringere Unsicherheit in Bezug auf den Zinspfad werde die Volatilität der US-Treasuries niedrig halten. Dies dürfte zu einer geringen oder negativen Korrelation zwischen Zinsen und Spreads führen, was wiederum die risikobereinigten Renditen von Unternehmensanleihen verbessern würde, insbesondere im Vergleich zu Staatsanleihen.

Innerhalb des Universums der IG-Corporates habe sich die zugrunde liegende Kreditqualität in den vergangenen Jahren erheblich verbessert. Die Rating-Heraufstufungen hätten weiterhin die Herabstufungen übertroffen, was zu einem stetigen Rückgang des Anteils der Anleihen mit BBB-Rating geführt habe. Die positive Rating-Migration sei das Ergebnis eines Rückgangs der Verschuldungsquoten seit den Höchstständen im Jahr 2020. Die Emittenten hätten den Schuldenabbau oder die Einbehaltung von Liquidität zur Stärkung ihrer Bilanzen priorisiert, statt die Investitionen oder die Aktionärsrendite zu erhöhen.

Zudem erwarteten die Experten, dass die Verschuldung im Jahr 2025 nur durchschnittlich zunehmen werde. Auch die Aussichten für das Wirtschaftswachstum dürften einen entsprechenden Anstieg der Unternehmensgewinne begünstigen. Infolgedessen gingen die Experten davon aus, dass die Fundamentaldaten der Unternehmen in den nächsten Quartalen robust und stabil bleiben würden.

Die günstigen Zinsaussichten und die soliden Kreditfundamentaldaten seien somit ein überzeugendes Argument für Anleger, ihre Allokation in IG-Unternehmensanleihen aufzustocken. Da die Ausnahmestellung der USA in Bezug auf das Wirtschaftswachstum anhalten dürfte, bevorzugten die Experten Anleihen von US-Unternehmen mit einer starken Präsenz in ihrem Heimatmarkt.

Die Experten hielten weiterhin am Gesundheitssektor fest, da sich viele Unternehmen trotz der nach der Wahl unter Druck geratenen Bewertungen weiterhin auf dem Weg des Schuldenabbaus befänden. Sie bevorzugten auch weiterhin Banken, deren Rentabilität aufgrund des Kreditwachstums und einer steileren Zinskurve weiter steigen dürfte, während das regulatorische Umfeld freundlicher werden könnte. In Europa bevorzugten die Experten nicht-zyklische gegenüber zyklischen Werten und setzten auf Sektoren wie Versorger und Telekommunikation. (10.12.2024/alc/a/a)



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