Boston (www.anleihencheck.de) - Die Eurozone wird quasi auf den Kopf gestellt, denn die Kernländer schwächeln, so Benoit Anne, Anleiheexperte bei MFS Investment Management.
Früher sei eine zweistufige Länderhierarchie innerhalb der Eurozone sehr gut etabliert gewesen. Es habe die Kernländer gegeben, die sich durch wirtschaftliche Stärke, glaubwürdige Makropolitik und politische Stabilität ausgezeichnet hätten. Und dann habe es die Peripherieländer gegeben, die gelegentlich von Ängsten vor finanzieller Instabilität, makroökonomischen Risiken oder politischen Störungen geplagt gewesen seien.
Aber es gehe nicht nur um Wachstum. Auch die Glaubwürdigkeit der makroökonomischen Maßnahmen und das politische Umfeld würden dafür sprechen, dass der Kern der Eurozone nicht mehr das sei, was er einmal gewesen sei.
Unsere Portfoliomanagerin für europäische Staatsanleihen, Annalisa Piazza, hat eine sehr viel konstruktivere Haltung gegenüber den Peripherieländern, einschließlich Italien, eingenommen, so Benoit Anne, Anleiheexperte bei MFS Investment Management. Die Probleme der Kernländer seien wahrscheinlich keine positiven Nachrichten für den Euro, da die EZB ermutigt werde, ihre Pläne zur Lockerung der Geldpolitik fortzusetzen.
Abgesehen von den Länderrisiken gebe es aber eine gute Nachricht. Anlegerinnen und Anleger in Unternehmensanleihen sollten insgesamt nicht allzu nervös sein. Die Fundamentaldaten der Euro-Unternehmen würden sich trotz des schwierigen makroökonomischen Umfelds in der Region weiterhin ziemlich stark zeigen. Und die anhaltende Lockerung der EZB dürfte dazu beitragen, dass die Märkte für Anleihen attraktiv bleiben würden. (28.11.2024/alc/a/a)
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