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26.11.24 11:40
US-Unternehmensanleihen trotz enger Spreads mit guten Ertragsaussichten für 2025

Boston (www.anleihencheck.de) - Einige Anleger betrachten die derzeit niedrigen Risikoaufschläge als Hindernis für Investitionen in Unternehmensanleihen, so Benoit Anne, Anleiheexperte bei MFS Investment Management.

Dem Experten erscheine der Ausblick für die Anlageklasse jedoch weiterhin gut. Er rechne aufgrund fallender Zinsen, des hohen Carry und auch wegen möglicher Alphachancen mit Ertrag.

Zweifellos seien viele Unternehmensanleihen weltweit derzeit hoch bewertet. So lägen die Spreads für US-Investmentgrade-Titel mit zurzeit etwa 80 Basispunkten deutlich unter ihrem Fünf-Jahres-Durchschnitt von 118 Basispunkten. Andere Marktsegmente seien ebenfalls teuer; die Spreads vieler Anleihen würden nicht sehr hoch erscheinen. Im Zehnjahresvergleich lägen sie bei Investmentgrade-Anleihen, High Yield, steuerpflichtigen US-Kommunalanleihen und Schwellenländer-Unternehmensanleihen fast im untersten Perzentil. Im historischen Vergleich seien sie in der Tat außerordentlich eng.

Die gute Nachricht: Niedrige Risikoaufschläge seien nicht ungewöhnlich. Ein enger Spread allein bedeute nicht, dass eine große Korrektur anstehe. In den letzten Jahrzehnten seien die Risikoaufschläge oft längere Zeit niedrig gewesen. Ohne einen Grund für eine Korrektur könnten Anleihen auch länger überbewertet sein. Das gelte vor allem bei einer guten markttechnischen Lage, also hohen Mittelzuflüssen in die Assetklasse, und einer hohen Risikobereitschaft der Anleger.

Trotz der engen Spreads würden die Experten weiter mit hohen Gesamterträgen rechnen. Die Auswirkungen der Zinssenkungen, der attraktive Carry und nicht zuletzt das Alpha, also ein Mehrertrag durch aktives Management, dürften im nächsten Jahr die Wertentwicklung bestimmen. Die Ausgangslage erscheine gut, da die Gesamtrenditen hoch seien. So betrage die Rendite amerikanischer Investmentgrade-Unternehmensanleihen zurzeit 5,12 Prozent (Quelle: Bloomberg US Corporate-Index, Stand: 29. Oktober 2024).

Im Vergleich zur Vergangenheit würden die Experten daher mit höheren laufenden Erträgen rechnen. Erträge könnten durch Spread- und Zinsänderungen hinzukommen. In einem Szenario, in dem die Renditen aufgrund von Leitzinssenkungen fallen und die Spreads stabil bleiben würden, scheinen auf Sicht eines Jahres hohe einstellige Erträge möglich. (26.11.2024/alc/a/a)



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