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20.11.24 10:35
Schwellenländeranleihen nach Trump-Sieg robuster als erwartet

Boston (www.anleihencheck.de) - "Wir dachten zunächst, dass die Wahl von Donald Trump einen Schock für Schwellenländeranleihen auslösen würde. Aber das ist nicht der Fall", sagt Benoit Anne, Anleiheexperte bei MFS Investment Management.

Tatsächlich hätten sich die Spreads der Schwellenländer-Staatsanleihen recht gut entwickelt. Sie seien im vergangenen Monat um 20 Basispunkte gesunken, was hauptsächlich auf die hochverzinslichen Staatsanleihen zurückzuführen sei. Es zeichne sich ein regelrechter Run nach risikoreichen Anlagen im Zuge des Trump-Sieges ab. Davon scheinen Schwellenländeranleihen zu profitieren, so die Experten von MFS Investment Management.

Die Schwellenländer seien dieses Mal besser auf die US-Wahlen vorbereitet gewesen als 2016, als der Sieg Trumps eher überraschend gekommen sei. Die Fundamentaldaten der Schwellenländer seien besser als noch vor einigen Jahren. Zwar hätten viele Länder Probleme mit der Haushaltsdisziplin, dies gelte jedoch auch für die Industrieländer und falle als Gegenargument nicht mehr so ins Gewicht.

Ein wunder Punkt sei allerdings die Stärke des US-Dollars und die Schwäche der lokalen Währungen der Schwellenländer. Der JP Morgan EM Currency Index habe seit Ende September 4,7 Prozent seines Wertes verloren. Das zeige die große Herausforderung für Schwellenländeranleihen in Lokalwährung. In der Tat hätten sich diese seit Jahresbeginn am schlechtesten von allen festverzinslichen Wertpapieren weltweit entwickelt.

Anlegerinnen und Anleger sollten jedoch nicht vergessen, dass es trotzdem viele attraktive Chancen zur Generierung von Alpha bei Schwellenländeranleihen gebe. Hier komme es hauptsächlich auf die Auswahl der Länder bzw. Regionen an. So dürfte beispielsweise das geopolitische Risiko Anleihen aus dem Nahen Osten stärker belasten als anderswo. Ebenso würden die höchstwahrscheinlich von der Trump-Regierung verhängten Zölle manche Länder - wohl hauptsächlich China - härter treffen als andere.

Das Fazit der Experten: Insgesamt hätten sich Schwellenländeranleihen als widerstandsfähiger erwiesen, als befürchtet - ohne die Risiken herunterspielen zu wollen. Höhere Zinsen und ein starker US-Dollar sowie die geopolitischen Risiken seien allesamt Faktoren, die jedoch in Zukunft zu berücksichtigen seien. (20.11.2024/alc/a/a)


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