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15.10.24 09:24
Währungsspiel: EZB, Euro und globale Auswirkungen

London (www.anleihencheck.de) - Am Donnerstag richtet sich die Aufmerksamkeit der Finanzwelt auf die EZB - doch das Drehbuch scheint geschrieben, so die Experten von eToro.

Eine Zinssenkung um 25 Basispunkte auf 3,25 Prozent gelte als ausgemacht. Doch der eigentliche Nervenkitzel liege in der Frage, was danach komme. Denn mittelfristig könnte die EZB die Zinsen schneller und tiefer senken, als bisher gedacht. Christine Lagarde werde daher bei ihrer Pressekonferenz genau beobachtet - jedes Wort könnte die Märkte in Bewegung versetzen.

Diese Erwartungen würden sich auf eine erstmals seit 2021 unter 2 Prozent gefallene Inflation und die schwächelnde deutsche Wirtschaft stützen, die fast 30 Prozent des BIP der Eurozone ausmache. Mit einem drohenden zweiten Rezessionsjahr habe der Euro bereits auf die ökonomischen Sorgen reagiert und sei auf knapp 1,09 US-Dollar gesunken. Charttechnisch sehe man eine ABC-Korrektur, nachdem der Euro im September an der Marke von 1,12 gescheitert sei. Der übergeordnete Aufwärtstrend habe bereits im Juli bei 1,078 begonnen.

Doch ein schwächerer Euro sei nicht zwangsläufig eine schlechte Nachricht - besonders nicht für exportstarke Unternehmen im DAX. Ein günstigerer Euro mache europäische Produkte auf den Weltmärkten attraktiver. Zinssenkungen würden zwar die Währung schwächen, aber die Dynamik des Devisenmarktes sei komplexer. Währungen träten immer im Paar auf. Was die EZB entscheide, sei nur die halbe Geschichte - wichtig sei auch, was auf der anderen Seite des Atlantiks passiere.

Sollte die Fed mit der EZB beim Tempo der Zinssenkungen Schritt halten oder diese sogar übertreffen, könnte der Euro stabil bleiben oder von einem schwächeren US-Dollar profitieren. Gelinge der europäischen Wirtschaft ein Comeback und gewinne das Wachstum an Dynamik, könnte dies den Euro beflügeln.

Doch für langfristiges Wachstum brauche es mehr als nur Zinssenkungen. Fiskalische Anreize, Steuererleichterungen, Innovation und strukturelle Reformen am Arbeitsmarkt seien die Schlüssel, um die Eurozone auf einen stabilen Wachstumspfad zu führen. Handelskonflikte müssten beigelegt werden, um die globalen Handelsströme wieder anzukurbeln. (15.10.2024/alc/a/a)


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