London (www.anleihencheck.de) - Die Verbraucherpreisdaten für die Eurozone im September bestätigen Anlegern, dass die EZB bereits im Oktober die Zinsen das dritte Mal senken könnte, so die Experten von eToro.
Dies spiegele sich heute deutlich in den Marktreaktionen wider: Der Euro verliere an Wert, während die Preise für Anleihen steigen würden. Das Währungspaar EUR/USD notiere wenige Minuten nach der Veröffentlichung um 0,26 Prozent tiefer und steuere auf die runde Marke von 1,11 zu. Die Preise für deutsche 10-jährige Staatsanleihen seien um 0,51 Prozent geklettert und hätten den höchsten Stand seit Februar erreicht.
Der nachlassende Preisdruck spiegele den Erfolg der EZB im Kampf gegen die Inflation wider, sei jedoch auch ein Alarmzeichen für die Währungshüter. Eine plötzliche Abschwächung der Inflation deute auf wirtschaftliche Schwäche hin. Kritiker der Notenbank könnten ihr vorwerfen, zu spät reagiert zu haben.
Andererseits würden drei wesentliche Wachstumstreiber auf die Eurozone wirken: Chinas jüngstes Konjunkturpaket, die eingeleitete Zinswende der FED und der zunehmende Druck auf die EZB, ihren Zinssenkungszyklus zu beschleunigen.
Anleger, die auf eine wirtschaftliche Erholung setzen würden, dürften vermehrt in zyklische Sektoren wie Immobilien, Konsum und Industrie investieren. Skeptiker, die an einer raschen Erholung zweifeln würden, würden verstärkt defensive Branchen wie Versorger, Konsumgüter und Gesundheitswesen bevorzugen. Eine Zinssenkung der EZB im Oktober erscheine aktuell als unausweichlich. Die Frage sei nur, wie schnell die europäische Wirtschaft wieder in den Wachstumsmodus komme. (01.10.2024/alc/a/a)
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