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29.08.24 10:00
FED: Eine skeptische Haltung ist angebracht

Wiesbaden (www.anleihencheck.de) - Aus Sicht der Österreichischen Schule ist die aktuelle Strategie der FED mit großer Skepsis zu betrachten, so Markus Blaschzok, Chefanalyst der SOLIT Gruppe.

Die Entscheidung, die Geldpolitik zu lockern, berge die Gefahr, eine neue Blase zu schaffen, die sich letztlich in einem massiven Crash entladen könnte. Eine steigende Inflation könnte die Zinssenkungsbemühungen konterkarieren und so am Ende des Tages noch höhere Zinsen erzwingen.

Seit 2008 habe die FED mittels mehrerer QE-Programme das deflationäre Loch mit Liquidität gefüllt, sodass sich nun jegliche Ausweitung der Geldmenge unmittelbar und zeitnah in den Konsumentenpreisen zeigen werde.

Die Vorstellung, die FED könne durch Zinssenkungen erneut eine Fortsetzung des Konjunkturaufschwungs herbeizaubern, nur weil sie die letzten 40 Jahre dazu in der Lage gewesen sei, sei falsch. Dies gelte ebenso für den Glauben, man könne noch einmal zu Null- oder Negativzinsen zurückkehren und auf wundersame Weise einem Anziehen der Inflation und höheren Zinsen sowie einer Rezession entkommen. Die Party habe ihren Hochpunkt längst überschritten und die Märkte würden aktuell noch glauben, dass sich das Muster der letzten 40 Jahre fortsetzen werde. Sobald die Märkte jedoch realisieren würden, dass die Inflation anziehe und Zinssenkungen rückgängig gemacht werden müssten, werde Panik ausbrechen und eine Flucht in Sachwerte einsetzen.

Während die "Party der Bullen" an den Aktienmärkten aktuell noch weitergehe, dürften sich vorsichtige und smarte Investoren bereits verstärkt auf den Goldmarkt konzentrieren. Gold dürfte als "sicherer Hafen" trotz der Rally im letzten Jahr weiterhin gefragt bleiben, auch wenn der Goldpreis bereits um 40% gestiegen sei, da die Risiken zunehmen würden.

Ein steigender Goldpreis wäre somit ein natürlicher Ausblick in einem Umfeld, das von geopolitischer und ökonomischer Unsicherheit sowie Inflationsängsten geprägt sei. Es sehe aktuell alles danach aus, als würden sich die siebziger Jahre mit ihren hohen zweitstelligen Inflationsraten und Zinsen sowie ausgeprägter Wirtschaftsschwäche wiederholen, während Gold und Silber als sichere Häfen gefragt bleiben und sich im Preis vervielfachen würden. (Ausgabe vom 28.08.2024) (29.08.2024/alc/a/a)


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