London (www.anleihencheck.de) - Seit Jahresbeginn dreht sich das Marktgeschehen fast ausschließlich um die Frage: Wann und wie oft wird die FED die Zinsen senken, so die Experten von eToro.
Doch wichtiger sei das "Warum". Der Grund für eine Zinssenkung mache den Unterschied. Senke die FED die Zinsen in einer robusten Wirtschaft, zeige das Stärke und Kontrolle. Das wäre ein positives Signal für den Bullenmarkt. Umgekehrt könne eine Senkung aufgrund wirtschaftlicher Schwäche die Angst vor einer Rezession neu entfachen.
Die FED stehe vor der Herausforderung, die Inflation auf ihr 2-Prozent-Ziel zu drücken, was zunehmend schwieriger werde. Jerome Powell habe jedoch in Jackson Hole klar gemacht, dass die Zinsen im September gesenkt würden. Wie stark die Senkung ausfalle, bleibe jedoch offen. Die Inflationsdaten würden die Richtung vorgeben, bevor nächste Woche die Non-Farm Payrolls auf den Tisch kommen würden.
Die Märkte hätten zuletzt ihre aggressiven Erwartungen an Zinssenkungen zurückgeschraubt. Eine Senkung um 50 Basispunkte werde nur noch zu 32,5 Prozent eingepreist, während eine kleinere Anpassung als sicher gelte. Ein schnelleres Erreichen des 2-Prozent-Ziels könnte die FED unter Druck setzen, die Zinsen stärker zu senken. Ein unerwartet starker Rückgang der Inflation könnte zwar eine größere Zinssenkung wahrscheinlicher machen, jedoch auch eine stärkere Abkühlung der Wirtschaft bedeuten - ein Szenario, das die Wall Street definitiv vermeiden möchte.
Ein einzelner Bericht werde kaum genügen, um die Anleger dazu zu bringen, ihre bisherigen Erwartungen vollständig über den Haufen zu werfen. Die PCE-Daten könnten aber kurzfristig für stärkere Kursbewegungen sorgen. Besonders, da der S&P 500 seit dem August-Tief um 10 Prozent zugelegt habe. Die Märkte würden bis Ende des Jahres weiterhin Zinssenkungen von insgesamt einem Prozentpunkt erwarten, wobei eine größere Anpassung erst für die Dezember-Sitzung prognostiziert werde. (28.08.2024/alc/a/a)
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