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08.08.24 08:45
Jetzt ist Umschichtung von Aktien zu Wandelanleihen ratsam

Zürich (www.anleihencheck.de) - Der enttäuschende Juli-Arbeitsmarktbericht in den USA war einer zu viel: Die wiederholt steigende Arbeitslosigkeit führte zu einem breiten Ausverkauf an den globalen Aktienbörsen und einer Rallye an den Bondmärkten, was durch die Auflösung von Yen-finanzierten Carry Trades noch verstärkt wurde, so Beat Thoma, CIO bei Fisch Asset Management.

Zudem sei die viel zitierte Sahm-Regel, ein Rezessionsindikator, getriggert worden. Die höhere Arbeitslosenrate könne zwar sowohl auf ein gestiegenes Arbeitsangebot - zum Beispiel infolge von Immigration - als auch eine schwächere Arbeitsnachfrage zurückgeführt werden. Aber die Anzahl offener und neu geschaffener Stellen nehme weiter stetig ab und es sei deshalb wahrscheinlich, dass die Arbeitslosenrate in den kommenden Monaten noch weiter ansteige.

Auch der US-Wahlkampf halte die Märkte in Atem. Noch vor Präsident Bidens Rücktritt als Präsidentschaftskandidat und dem Einstieg von Kamala Harris seien die Gewinnchancen von Donald Trump stetig gestiegen, was eine steilere Zinskurve zur Folge gehabt habe. Dies basiere auf der Konsensmeinung, dass eine Präsidentschaft Trumps zinstreibend sein werde. Dabei würden mittelfristig jedoch gegensätzliche Kräfte wirken: Höhere Einfuhrzölle würden einer Steuer auf US-Unternehmen und Haushalte entsprechen, die zu sinkenden Realeinkommen sowie tieferem Trendwachstum führen und somit zinsdämpfend wirken würden. Steuersenkungen wiederum würden das bereits sehr hohe Haushaltsdefizit weiter steigern und es bestünde die Gefahr, dass Investoren als Zeichen ihrer Besorgnis über weitere Defizite als "Vigilanten" höhere Zinsen verlangen würden.

Mitentscheidend für den Ausgang der US-Wahlen werde auch der weitere Verlauf der US-Konjunktur sein. Die kumulierten Preiserhöhungen der vergangenen Jahre würden für eine schlechte Konsumentenstimmung sorgen. Einzelhändler wie Walmart oder Target würden vermelden, dass Konsumenten bei ihren Einkäufen selektiver würden und darauf mit Preissenkungen reagieren. Dies bestätige, dass Haushalte ihre Ausgaben aufgrund aufgebrauchter Ersparnisse vermehrt kürzen müssten. Die nachlassende Konsumdynamik werde durch den schwächeren Arbeitsmarkt zusätzlich verstärkt. Deswegen rechnen die Experten von Fisch Asset Management in den nächsten Monaten mit einer weiteren wirtschaftlichen Abkühlung und einer steileren US-Zinskurve.

Mit dem seit geraumer Zeit defensiven Ansatz und der vorsichtigen Positionierung bei risikobehafteten Anlagen sehen sich die Experten von Fisch Asset Management bestätigt. Die Nervosität an den Börsen sei zusätzlich zu den genannten Faktoren aufgrund wenig überzeugender Quartalsergebnisse einiger Tech-Schwergewichte signifikant angestiegen. Hinzu kämen eine schlechte Saisonalität im August und September und wieder steigende geopolitische Risiken im Nahen Osten. So seien die Verkaufssignale der Experten ausgelöst und sie hätten ihr Risiko-Exposure rechtzeitig reduziert. Aktuell bleiben die Experten von Fisch Asset Management neutral bis leicht defensiv positioniert bei Aktien- und Kreditexposure. Aufgrund des beschriebenen Umfelds würden sie aufgrund des interessanten asymmetrischen Chancen-/Risikoprofils bereits jetzt von Aktien in Wandelanleihen umschichten. Zudem würden sie sich bei Unternehmensanleihen auf Schuldner mit solider Bonität - auch im High-Yield-Segment - fokussieren. (08.08.2024/alc/a/a)



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