London (www.anleihencheck.de) - Die Gesamt- und die Kerninflation in den USA sanken im Juni auf 3,0 Prozent beziehungsweise 3,3 Prozent, so Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay, RBC BlueBay Asset Management.
Aus Sicht von RBC BlueBay Asset Management die US-Notenbank Federal Reserve (FED) werde mit den Fortschritten bei der Annäherung an das Inflationsziel von 2 Prozent zufrieden sein.
Dennoch gehe RBC BlueBay Asset Management davon aus, dass die bevorstehende FED-Sitzung im Juli ein Nicht-Ereignis sein werde. Im Vordergrund stehe die Frage, ob die US-Notenbank im September ihren geldpolitischen Kurs lockern werde. Die Futures-Märkte hätten eine Zinssenkung bereits fast vollständig eingepreist. Bis dahin würden aber noch zweimal Inflationsdaten veröffentlicht werden.
Vor diesem Hintergrund sei eine Lockerung der Geldpolitik im September keine ausgemachte Sache. Bereits im vergangenen Jahr hätten die Marktteilnehmer den Fehler gemacht, zu früh von Zinssenkungen auszugehen. Auch mit Blick auf die Zeit nach September könnten sie derzeit eine stärkere geldpolitische Lockerung einpreisen, als für die kommenden zwölf Monaten gerechtfertigt sei. Denn es bestehe die Aussichten auf eine zusätzliche fiskalpolitische Lockerung, die die Wirtschaftstätigkeit unterstützen könne. Solange die Anleihemärkte trotz des hohen Defizits keine höhere Laufzeitprämie verlangen würden, sei fiskalische Zurückhaltung unwahrscheinlich.
Die Wahlen in Frankreich am vergangenen Wochenende hätten mit dem Sieg des Linksbündnisses "Nouveau Front Populaire" (NFP) ein überraschendes Ergebnis gebracht. Das Land scheine auf eine Periode der parlamentarischen Lähmung zuzusteuern. Eine Minderheitsregierung dürfte am wahrscheinlichsten sein. Es könne noch einige Wochen dauern, bis das Bild klarer werde. Da im Herbst ein Haushaltsplan aufgestellt werden müsse, sei jedoch eine Einigung bis September erforderlich.
Von der Europäischen Zentralbank sei eine weitere Zinssenkung im September zu erwarten. Das Ausmaß, in dem die Inflation zurückgeht und die Zinsen in den kommenden Monaten sinken würden, könnte jedoch durch das finanzpolitische und konjunkturelle Umfeld gedämpft werden.
Im Vereinigten Königreich scheine die Politik unter Keir Starmer eher auf Ruhe und Stabilität ausgerichtet zu sein. Der Labour-Chef habe damit begonnen, seine Prioritäten im Einklang mit den Wahlversprechen festzulegen. Es werde interessant sein zu sehen, wie viel von der Agenda umgesetzt werden könne. (12.07.2024/alc/a/a)
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