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21.06.24 12:14
Schwankungen in Europa dürften hoch bleiben

London (www.anleihencheck.de) - Die US-Renditen haben sich in der vergangenen Woche kaum verändert, so Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay, RBC BlueBay Asset Management.

Die Daten zu den Einzelhandelsumsätzen seien erneut schwach ausgefallen. Obwohl die Aktienmärkte neue Höchststände erreicht hätten, bleibe das Bild einer sich abschwächenden Konjunktur. Diese könnte zu einer oder vielleicht zwei Zinssenkungen in der zweiten Jahreshälfte führen.

Die Experten seien weiterhin von einer Versteilerung der Zinskurve überzeugt. Die Verluste der japanischen Norinchukin-Bank würden daran erinnern, wie problematisch inverse Kurven für Kreditinstitute sein könnten. Natürlich habe es eine Reihe von angeschlagenen Finanzinstituten versäumt, sich gegen höhere Zinssätze abzusichern. Klar sei aber auch, dass invertierte Kurven den traditionellen Carry aus dem Besitz von Duration wegnehmen würden. Wenn dies so bleibe, könne die Nachfrage nach längerfristigen Anleihen weiter sinken - und das zu einem Zeitpunkt, an dem es angesichts der Haushaltsdefizite ein größeres Angebot solcher Papiere geben werde.

Die europäischen Märkte seien im Vorfeld der französischen Wahlen Ende des Monats weiterhin relativ volatil. Die Experten würden davon ausgehen, dass die Unsicherheiten bis zur Abstimmung hoch bleiben könnten, da viele ausländische Anleger in den USA oder Japan die jüngsten politischen Ereignisse noch nicht verdaut hätten.

Sobald die Wahlen vorüber seien, dürfte sich die Situation an den Märkten nach Meinung der Experten für den Rest des Sommers beruhigen. Es sei jedoch unwahrscheinlich, dass die Spreads zu ihren jüngsten Höchstständen zurückkehren würden, da die erhöhten französischen Risikoprämien zu höheren Risikoaufschlägen für sämtliche europäischen Vermögenswerte führen würden.

Die Renditen japanischer Staatsanleihen seien zuletzt weiter gesunken. Die Sitzung der Bank of Japan (BoJ) in der vergangenen Woche habe keine unmittelbare Änderung der Geldpolitik gebracht. Die Pläne von BoJ-Gouverneur Kazuo Ueda, die Anleihekäufe ab Juli deutlich zu reduzieren, könnten jedoch eine wesentliche Änderung darstellen.

Interessant seien Äußerungen, wonach die BoJ plant, von einer Politik des Bilanzwachstums und der quantitativen Lockerung direkt zu einer Schrumpfung der Bilanz und einer quantitativen Straffung überzugehen. Es werde spannend sein, mehr über die Details zu erfahren.

Zehnjährige japanische Staatsanleihen seien mit Renditen von weniger als 1 Prozent aus Sicht der Experten weiterhin strukturell überbewertet. Sie würden mit einem Anstieg auf über 1,25 Prozent rechnen, wenn die BoJ ihre Käufe zurückfahre und die Preiskontrolle aufgebe.

An den Schwellenmärkten hätten sich die südafrikanischen Vermögenswerte nach der Einigung auf eine Regierung der nationalen Einheit ohne Beteiligung der radikaleren Parteien Umkhonto we Sizwe (MK) und Economic Freedom Fighters (EFF) weiter erholt. Die Experten würden von einer konstruktiven Agenda ausgehen, die in den kommenden Wochen zu einem weiteren Rückgang der lokalen Anleiherenditen führen dürfte. Allerdings bestehe möglicherweise das Potenzial für soziale Unruhen in Regionen wie KwaZulu-Natal, da der ehemalige Präsident Jacob Zuma die Unzufriedenheit schüre.

Auch die mexikanischen Vermögenswerte hätten sich in der vergangenen Woche stabilisiert. Die Experten seien zuversichtlich, dass es Raum für eine positive Entwicklung geben könnte. Ähnlich verhalte es sich mit Brasilien. Aus Sicht der Experten dürfte es dort nach dem steilen Anstieg der Renditen in den vergangenen Wochen zu einer Wende am Markt kommen. (21.06.2024/alc/a/a)


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