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11.06.24 08:45
FED-Zinsentscheid: Der erste Schritt ist immer der schwierigste!

Munsbach (www.anleihencheck.de) - Noch im März hatten die US-amerikanischen Währungshüter über den sogenannten Dot Plot drei Zinssenkungen bis Jahresende angedeutet, an den Märkten wurden zwischenzeitlich sogar bis zu vier Schritte eingepreist, so die Experten von ETHENEA.

Doch die Inflation habe sich im weiteren Jahresverlauf beharrlicher gezeigt als gedacht. Für die nächste Sitzung der Notenbank FED am 11. und 12. Juni erwarte Volker Schmidt, Portfolio Manager der Fondsgesellschaft ETHENEA, deshalb keine Zinssenkung.

"Die Hartnäckigkeit der Inflation hat zuletzt für eine kalte Dusche gesorgt", sage ETHENEA-Zinsexperte Schmidt. Die Teuerungsrate in den USA sei in den zurückliegenden Monaten nicht so schnell zurückgegangen wie erwartet, was die Notenbanker zu einer vorsichtigen Haltung bewege. Besorgniserregend seien insbesondere die Wohn- und Dienstleistungskomponenten der Inflation, erkläre Schmidt: "Genau diese Anteile haben zu sehr vorsichtigen Äußerungen der FED-Mitglieder bezüglich des künftigen Zinspfads geführt. Die Zentralbanker gaben fast einstimmig an, ‚mehr Zuversicht' darüber erlangen zu wollen, dass sich die Inflation nachhaltig auf einem Abwärtstrend befinde."

In Sachen Inflation habe es in der vergangenen Woche jedoch auch positive Signale gegeben, sage der Portfolio Manager: "Im April lag die von der FED bevorzugte PCE-Inflation, welche die durchschnittliche Teuerung des privaten Konsums in den USA abbildet, im Jahresvergleich wie erwartet bei 2,7 Prozent. Das hat unter den Währungshütern für positive Aussichten gesorgt. Zugleich wurde die Inflation aus dem BIP-Bericht für das erste Quartal 2024 leicht nach unten revidiert."

Zuletzt sei zudem mehr Aufmerksamkeit auf das zweite Mandat der FED, die Vollbeschäftigung, gerichtet worden. Die BIP-Wachstumsrate habe im ersten Quartal dieses Jahres überraschend niedrig gelegen, bei 1,3 Prozent gegenüber 3,4 Prozent im Vorquartal. Zudem zeichne sich eine erste Abschwächung des amerikanischen Arbeitsmarktes ab. "Eine Bestätigung dieser beiden Trends könnte den Währungshütern die gewünschte Zuversicht geben, dass ihre Straffungspolitik ausreichend Wirkung gezeigt hat", laute die Einschätzung von Schmidt.

Da keine Zinssenkungen erwartet würden, würden sich die Blicke der Anleger laut Schmidt beim nahenden Juni-Termin erneut auf das Summary of Economic Projections (SEP) samt Dot Plot richten. Im SEP würden die aktuellen Makroschätzungen und Ansichten der Mitglieder des Federal Open Market Committee (FOMC) bezüglich des künftigen Zinspfads dargestellt. "Wir gehen davon aus, dass der Dot Plot eine geringere Zahl von Zinssenkungen bis Jahresende zeigen wird. Konkret erwarten wir ein bis zwei Zinssenkungen bis Jahresende - vorausgesetzt, es kommt nicht zu einer unerwarteten, raschen Abkühlung der US-Wirtschaft", so der Portfolio Manager. (11.06.2024/alc/a/a)


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