Riga (www.anleihencheck.de) - Viele Ökonomen erwarten eine Zinssenkung durch die Europäische Zentralbank (EZB) bereits auf der Sitzung am 6. Juni, so die Experten von Mintos.
Die Zinsentwicklung im Jahresverlauf hänge von zahlreichen Faktoren ab. Wie Privatanleger sich aufstellen sollten, verrate Martins Sulte, CEO von Mintos, der Multi-Asset-Plattform, die einen einzigartigen Mix aus alternativen und traditionellen Anlagemöglichkeiten biete.
"Der Markt rechnet mit einer 90-prozentigen Chance, dass die EZB auf ihrer Juni-Sitzung die Zinsen um 25 Basispunkte senken wird. Hintergrund ist ein Rückgang der Kerninflation im Jahresvergleich um 10 Basispunkte auf 3,3 Prozent in Kombination mit einem leichten Wachstum der Wirtschaft in der Eurozone im ersten Quartal. Zusammen mit der Arbeitslosigkeit, die auf historischem Tiefstand notiert, nimmt dies den Inflationsdruck und spricht für eine Senkung des Leitzinses", fasse Sulte zusammen. Allerdings gebe es auch Argumente, die die EZB zur Vorsicht anhalten würden: "Das Lohnwachstum ist nach wie vor sehr hoch, zudem scheint die Inflation noch nicht sicher eingedämmt, insbesondere im Dienstleistungssektor, was EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel betont hat. Zudem bleibt die weltwirtschaftliche Ungewissheit bestehen", ordne Sulte ein.
Wie aber könnten sich Anleger aktuell und im weiteren Jahresverlauf auf Zinssenkungen vorbereiten? "Zusammenfassend dürften die erwarteten Zinssenkungen der EZB den europäischen Aktien Auftrieb geben und die Anleihekurse in die Höhe treiben", erläutere Sulte. "Die Aktienmärkte tendieren in Erwartung von Zinssenkungen nach oben, da niedrigere Zinsen Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Anlagen attraktiver machen. Das konnten wir in den vergangenen Wochen bereits beobachten: Das letzte Protokoll der EZB-Sitzung im April deutete auf eine steigende Wahrscheinlichkeit einer Lockerung der Geldpolitik im Juni hin, was zu Rekordhöhen bei europäischen Aktien geführt hat. Sowohl der EURO STOXX 600 als auch der DAX und der französische Leitindex CAC 40 erreichten neue historische Höchststände."
Sulte rate Privatanlegern in der aktuellen Situation, bei ihren Investments folgende Punkte zu beachten:
1. Investitionen diversifizieren: Anleger sollten generell für ein gut diversifiziertes Portfolio sorgen, um Risiken zu mindern. Dazu gehöre ein Mix aus verschiedenen Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Rohstoffen und alternativen Anlagen.
2. Immobilienanlagen in Betracht ziehen: Zu den Anlageklassen, die Schutz vor Inflation bieten würden, würden Rohstoffe und Immobilien gehören. Zudem würden sich Immobilien in einem Niedrigzinsumfeld aufgrund der niedrigeren Kreditkosten und der potenziellen Wertsteigerung oft gut entwickeln.
3. Nach der Zinssenkung: Anleihenbestände neu bewerten: Wenn die Zinsen gesenkt würden, würden die Anleiherenditen wahrscheinlich sinken, was die Anleihekurse in die Höhe treibe. Bestehende Anleihen, insbesondere solche mit höheren Renditen, würden attraktiver. Anleger sollten in Erwägung ziehen, Positionen in diesen Anleihen zu halten oder zu erhöhen.
4. Anleger sollten Überreaktionen vermeiden: Ein Teil der erwarteten Zinssenkung spiegele sich bereits in den aktuellen Vermögenspreisen wider. Zudem erfolge eine Zinssenkung in der Regel schrittweise. Drastische Änderungen und vorschnelle Handlungen seien daher möglicherweise gar nicht notwendig. (04.06.2024/alc/a/a)
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