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29.04.24 12:21
Der Schlüssel zur US-Geldpolitik liegt in der Zinssensitivität

Boston (www.anleihencheck.de) - Vor der Sitzung der amerikanischen Notenbank am kommenden Mittwoch kommentiert Erik Weisman, Chefökonom und Portfoliomanager bei MFS Investment Management, die Situation.

Ende 2018 habe die FED die Zinsen auf nur 2,50% angehoben. Das habe damals ausgereicht, um die Wirtschaft erheblich zu drosseln. Im aktuellen Zinszyklus seien die US-Zinsen dagegen bereits um 500 Basispunkte erhöht worden - und trotzdem brumme die Wirtschaft weiter. Wie lasse sich das erklären?

1. Die Wirtschaft reagiere jetzt weniger empfindlich auf Zinsschritte, weil sich die grundlegenden Rahmenbedingungen geändert hätten. Wenn das der Fall sei, müsse die FED die Zinsen möglicherweise weiter anheben.

2. Die Wirtschaft sei immer noch zinsempfindlich, aber die effektiven Realsätze seien tatsächlich nicht sehr hoch und die Finanzierungsbedingungen generell immer noch recht locker. Wenn dies der Fall sei, müsse die FED die Zinsen schrittweise anheben, bis die Geldpolitik ausreichend gestrafft sei.

3. Die Wirtschaft sei jetzt weniger zinsempfindlich, allerdings nur aufgrund der Anreize während der Corona-Pandemie. Wenn dies zutreffe, brauche die FED möglicherweise einfach mehr Zeit, bis die aktuellen Zinssätze ihre Wirkung entfalten würden.

Unterm Strich befinde sich die FED in der wenig beneidenswerten Lage, dass sie die tatsächliche Situation ohne echten Kompass einschätzen und die richtigen Schlüsse daraus ziehen müsse. (29.04.2024/alc/a/a)


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