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19.02.24 15:00
Emerging Markets: Anleihemärkte behaupten sich gut - Positiver Ausblick bleibt intakt

Wien (www.anleihencheck.de) - Ein neuerlich überraschend gutes US-Wirtschaftswachstum, leicht höhere Wachstumsprognosen für die gesamte Weltwirtschaft sowie sinkende Inflationsraten und die Aussicht auf Leitzinssenkungen bildeten und bilden ein recht gutes Umfeld für die Aktienmärkte, so die Experten von Raiffeisen Capital Management (RCM).

Solange die Konjunkturdaten in den USA kein gegenteiliges Szenario zum aktuell favorisierten "soft landing" signalisieren würden, dürfte die gute Stimmung anhalten. Für weitere nachhaltige Kursanstiege sollten allerdings dann auch die Unternehmensgewinne entsprechend mitziehen.

Der globale Schwellenländerindex von MSCI habe im Januar recht kräftig nachgegeben, um rund 4,7% (in US-Dollar). Einmal mehr sei er vor allem von chinesischen Aktien nach unten gezogen worden. Chinas Aktienbörsen hätten ihre Talfahrt fortgesetzt und seien auf neue Mehrjahrestiefs gerutscht. Einige Schwellenländer-Aktienmärkte seien hingegen auf neue Allzeithochs geklettert, z.B. Indien, Ungarn oder die Türkei. Leichte Kursrückgänge habe es bei einigen der Starperformer der letzten Monate gegeben, wie etwa Brasilien und Polen.

Das US-Wirtschaftswachstum im vierten Quartal 2023 habe deutlich die Analystenschätzungen und Markterwartungen übertroffen. Eine Rezession rücke damit noch weiter in die Ferne und dank zugleich erneut sinkender Inflationsraten sei das Szenario einer "sanften Konjunkturlandung" weiter untermauert worden. Zugleich habe der Internationale Währungsfonds seine Wachstumsschätzungen für 2024 für die Weltwirtschaft und für viele einzelne Länder nach oben korrigiert. Auch das sei positiv für die Aktienmärkte gewesen. Nicht ganz so begeistert hätten hingegen Anleihen reagiert denn etwaige Leitzinssenkungen in den USA dürften damit eher später und in geringerem Ausmaß erfolgen als bisher eingepreist.

Die Staatsanleiherenditen in den USA und der Eurozone hätten im Zuge dessen etwas nach oben korrigiert. EM-Hartwährungsanleihen hätten im Einklang damit zwar leicht nachgegeben, sich aber insgesamt gut behauptet. Die Risikoaufschläge seien sogar etwas zurückgegangen, trotz eines Rekordvolumens an Neuemissionen. Noch etwas besser hätten sich die meisten Lokalwährungsanleihen gehalten. Dabei sei das Interesse ausländischer Investor:innen an Sachwellenländeranleihen weiterhin noch recht überschaubar; viele seien nach wie vor eher unterdurchschnittlich in Anlehien aus den Emerging Markets engagiert.

Für Schwellenländer-Anleihen sei der Ausblick für die kommenden zwölf bis 18 Monate nach wie vor positiv - wenn auch nicht mehr ganz so stark wie noch vor ein, zwei Monaten. Mit den Aufwärtsbewegungen der letzten Monate sei schon einiges an Zinssenkungserwartungen vorweggenommen worden und es bestehe damit zumindest zeitweilig ein gewisses Enttäuschungspotenzial, falls sich etwaige Zinssenkungen in den USA und Europa stärker nach hinten verschieben würden. Historisch attraktive Renditen für Lokalwährungsanleihen und ein recht hoher Risikoaufschlag bei Emerging-Markets-Anleihen in US-Dollar gegenüber US-Staatsanleihen würden aber gute Grundlagen für ein noch immer recht solides Ertragspotenzial bilden. Das gelte selbstverständlich nicht für jedes Land und jeden Emittenten gleichermaßen. Gute Selektion war und bleibt unabdingbar für Anleger:innen, so die Experten von RCM.

Sollte ein "soft landing" in den USA gelingen und Chinas Wirtschaft zwar relativ moderat, aber doch ansprechend wachsen, dann könnten Schwellenländeraktien in absoluten Zahlen ein gutes Jahr vor sich haben. Relativ zu den entwickelten Märkten spreche allerdings aktuell noch nicht sehr viel für eine überdurchschnittliche Performance. Für einzelne Länder könne das selbstverständlich immer etwas anders ausschauen, nach oben wie nach unten. Sollte sich indes in weiterer Folge ein neuer globaler Wirtschaftsaufschwung einstellen, dann könnten sich die Aktienmärkte der Emerging Markets auch insgesamt besser entwickeln als jene der Industrienationen. Das wäre dann aber vermutlich eher ein Thema für das zweite Halbjahr 2024 oder für 2025. (Ausgabe vom 13.02.2024) (19.02.2024/alc/a/a)



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