Dublin (www.anleihencheck.de) - Die dieswöchige Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) der Federal Reserve (FED) wird wahrscheinlich keine Änderung der Leitzinsen mit sich bringen, so Charles Diebel, Leiter Fixed Income bei Mediolanum International Funds.
Stattessen dürften die Währungshüter die Aufmerksamkeit auf das anhaltende Inflationsrisiko und die Widerstandsfähigkeit der US-Wirtschaft gegenüber der bisherigen geldpolitischen Straffung lenken. Zwar seien die Wirtschaftsdaten entgegen den Erwartungen des FOMC solide gewesen, aber die Inflation bleibe nach wie vor auf einem absehbaren Niveau. Außerdem bestehe weiterhin die Überzeugung, dass die bisherige Straffung zu gegebener Zeit die Wirtschaft verlangsamen und den Arbeitsmarkt wieder ins Gleichgewicht bringen werde.
Bei alledem gebe es einen wichtigen Punkt, den man im Auge behalten sollte: Wie stark hebe der Ausschuss die finanziellen Bedingungen hervor, die sich seit der letzten Sitzung deutlich verschärft hätten und somit "die Arbeit der FED für sie erledigt haben"? Diebel gehe weiterhin davon aus, dass der Zinserhöhungszyklus in den USA abgeschlossen sei und die Zinsen mindestens bis Mitte 2024 auf dem derzeitigen Niveau bleiben würden.
Die Märkte hätten eingepreist, dass die Bank of England (BoE) auf ihrer Sitzung diese Woche die Zinssätze unverändert lassen werde, und so sehe Diebel das ebenfalls. Weitere Zinserhöhungen seien nicht erforderlich - dafür würden die jüngste Schwäche des Immobiliensektors, die steigende Zahl von Zahlungsausfällen und die Abschwächung auf dem Arbeitsmarkt sprechen. Insbesondere der sich andeutende Konsumrückgang, aber auch die anhaltende Verbesserung des Inflationsniveaus dürften die Währungshüter überzeugen, bei der geldpolitischen Straffung einen Gang runterzuschalten. Unterschwellig bleibe die BoE jedoch weiterhin auf Straffungskurs: Denn bis die Inflation nachhaltig und deutlich sinke, bestehe immer noch die Besorgnis, dass die Preise wieder anziehen könnten, insbesondere angesichts der Entwicklungen im Energiesektor. Diebel gehe davon aus, dass die Zinsen bis mindestens Mitte 2024 unverändert bleiben würden. (31.10.2023/alc/a/a)
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