Bonn (www.anleihencheck.de) - Vorläufige Daten für September hatten einen deutlichen Rückgang der deutschen EU-harmonisierten Inflation auf 4,3% gegenüber 6,4% im August gezeigt, so die Analysten von Postbank Research.
Die vorläufigen Daten hätten keine detaillierte Aufschlüsselung enthalten, aber der Rückgang sei wahrscheinlich auf günstige Basiseffekte bei den Energie- und Transportkosten zurückzuführen gewesen, die sich durch Verzerrungen nach der russischen Invasion der Ukraine ergeben hätten. Der Rückgang der Kerninflation auf 4,6% gegenüber dem Vorjahr deute auf einen nachlassenden Inflationsdruck in den Dienstleistungssektoren hin und scheine ein Ausdruck des schwachen privaten Verbrauchs zu sein. Die Dynamik der Einzelhandelsumsätze ggü. Vj. habe sich seit H1 2022 in jedem Monat verlangsamt. Am Mittwoch veröffentliche die EZB die voraussichtlichen VPI-Erwartungen für 1 Jahr und 3 Jahre. Im Juli hätten diese Zahlen 3,4% für die Inflation in zwölf Monaten und 2,4% für die Inflation in drei Jahren betragen. Ein weiterer Rückgang dieser Erwartungen würde auf gut verankerte Inflationserwartungen hindeuten.
Weiter sinkende Inflationserwartungen wären ein Zeichen dafür, dass die Zinssätze in der Nähe eines Niveaus liegen könnten, das EZB-Präsidentin Lagarde als ein "ausreichend restriktives Niveau" bezeichnet habe. (Ausgabe vom 09.10.2023) (10.10.2023/alc/a/a)
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