London (www.anleihencheck.de) - Das Federal Open Market Committee (FOMC) der US-Notenbank hat gestern wie erwartet den Leitzins erneut um 25 Basispunkte angehoben, so Eric Winograd, Director - Developed Market Economic Research bei AllianceBernstein.
Er liege nun in der Spanne von 5,25 bis 5,5 Prozent. Die begleitende Erklärung sei gegenüber der Fassung vom letzten Monat nur geringfügig geändert worden und spiegele die Äußerungen des Vorsitzenden Jerome Powell in der anschließenden Pressekonferenz wider, wonach die Entwicklungen zwischen den Sitzungen im Großen und Ganzen den Erwartungen entsprochen und daher keine Änderung des Ausblicks gerechtfertigt hätten.
Powell habe die Inflationsdaten des letzten Monats als ermutigend bezeichnet. Er habe jedoch auch betont, dass es mehr als nur ein gutes Ergebnis brauche, um den Ausschuss davon zu überzeugen, dass die Zinspolitik ausreichend restriktiv sei, um die Inflation wieder auf das Zielniveau zu bringen. Dasselbe gelte vermutlich für den Arbeitsmarkt, wobei der leicht schwächere Bericht des letzten Monats zwar mutmachend, aber nicht ausreichend sei.
Bis zur nächsten FED-Sitzung werde die Inflation vermutlich weiter sinken und der Arbeitsmarkt sich ausreichend abgeschwächt haben, sodass der Ausschuss die Zinssätze ab September zumindest unverändert lassen könne - vorausgesetzt die Konjunkturdaten würden den Erwartungen entsprechen. Andernfalls seien weitere Zinserhöhungen möglich.
Aus wirtschaftlicher Sicht sei es allerdings weniger entscheidend, ob der Zinssatz am Ende um 25 Basispunkte höher liege oder nicht. Wesentlich wichtiger sei, wie lange die FED die Zinsen auf einem erhöhten Niveau belassen werde. Powell habe darauf hingewiesen, dass das FOMC die Zinspolitik so lange restriktiv gestalten werde, bis sie davon überzeugt seien, dass die Inflation dauerhaft auf das angestrebte Ziel zusteuere. "Higher for longer" scheine das Motto zu sein, wobei "longer" wichtiger sei als "higher". (27.07.2023/alc/a/a)
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