Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In der vergangenen Woche sorgten die Notenbanker, allen voran die der EZB, für Aufsehen, so die Experten von Union Investment.
Im portugiesischen Sintra, unweit der Hauptstadt Lissabon, würden sich die Währungshüter inzwischen schon traditionell einmal im Jahr zu einem Symposium treffen. Habe man damit im Altgriechischen noch ein "gemeinsames, geselliges Trinken" bezeichnet, seien damit heutzutage wissenschaftliche Konferenzen gemeint. In diesem Zusammenhang hätten es sich auch die einzelnen Mitglieder nicht nehmen lassen, sich zu Wort zu melden. EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel habe noch einmal darauf verwiesen, dass gar nicht so genau klar sei, wie stark dämpfend sich höhere Leitzinsen auf die Inflationsentwicklung auswirken würden. Aus diesem Grund seien weitere Zinsschritte notwendig, bis man ausreichend Belege für einen dauerhaften Rückgang der Teuerungsraten auf das Zielniveau der EZB hätte.
Neben der EZB hätten in Sintra auch Vertreter weiterer Notenbanken gesprochen. FED-Chef Jerome Powell habe zu bedenken gegeben, dass die US-Geldpolitik zwar restriktiv, doch vielleicht noch nicht restriktiv genug sei. In jedem Fall aber sei die Geldpolitik noch nicht lange genug restriktiv. Marktteilnehmer würden nun eine Zinsanhebung im Juli mit einer Wahrscheinlichkeit von 84 Prozent einpreisen. Zinssenkungen bis zum Jahresende seien nun vollständig ausgepreist worden.
Zweijährige US-Schatzanweisungen hätten sich am Freitag der Renditemarke von fünf Prozent genähert und auf Wochensicht 18 Basispunkte zugelegt. Zehnjährige Papiere hätten die Marke von 3,9 Prozent in Angriff genommen. Damit sei die US-Zinsstrukturkurve in den vergangenen Wochen wieder deutlich inverser geworden. (Ausgabe vom 30.06.2023) (03.07.2023/alc/a/a)
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