Dublin (www.anleihencheck.de) - Die EZB hob auf ihrer heutigen Sitzung die Leitzinsen wie erwartet um 25 Basispunkte an und signalisierte recht deutlich, dass weitere Zinserhöhungen in der Pipeline seien, so Charles Diebel, Head of Fixed Income bei Mediolanum International Funds.
Die anfängliche Reaktion sei hawkisch gewesen, da die Aufwärtskorrektur der Inflationsprognosen die Erwartung verstärkt habe, dass die EZB im September ebenso wie im Juli die Zinsen erhöhen könnte. Der EZB-Rat habe zudem die Absicht bestätigt, die Wiederanlage von Tilgungsbeträgen fällig gewordener, unter dem APP-Programm erworbener Anleihen zu beenden und den Pfad der quantitativen Straffung beizubehalten.
Der Ton von EZB-Präsidentin Lagardes Anmerkungen sei jedoch weniger hawkish gewesen als die Erklärung, in der sie hervorgehoben habe, dass sich die Inflation bereits deutlich verlangsamt habe. Zudem gebe es Anzeichen dafür, dass sich die Straffungspolitik der EZB auf die Wirtschaft auswirke.
Es bleibe der Eindruck, dass der Rat, obwohl er im Juli einen weiteren Zinsschritt vornehmen werde, sich langsam dem Ende des Straffungsprozesses nähere, nachdem er die Zinsen auf den höchsten Stand seit 22 Jahren angehoben habe. Wie auch bei der gestrigen FOMC-Sitzung dürfte sich dies positiv auf das lange Ende der Renditekurven auswirken und den Euro an den Devisenmärkten stützen. (Ausgabe vom 15.06.2023) (16.06.2023/alc/a/a)
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