Hamburg (www.anleihencheck.de) - Neben der US-Notenbank FED und der EZB wird auch die Bank of Japan (BoJ) den künftigen geldpolitischen Kurs festlegen, so Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei der Privatbank DONNER & REUSCHEL AG.
Zwar seien zuletzt die nominalen Inflationsraten gesunken, allerdings würden die anhaltend hohen Kernraten den weiterhin allgegenwärtigen Preisdruck verdeutlichen.
Weltwirtschaftlich falle derweil eine ungewöhnlich deutliche Diskrepanz zwischen noch prosperierenden Dienstleistungsbranchen und einer immer schwächeren Dynamik im Verarbeitenden Gewerbe auf. Die Industrie befinde sich global in einer Rezession ohne bisher erkennbare Besserungstendenzen.
In den USA stehe vor dem Zinsentscheid die Veröffentlichung der Mai-Inflationsdaten im Blickpunkt. Sollte die Tendenz sinkender Preisniveausteigerungen nicht eindeutig untermauert werden, dürfte FED-Chef Jerome Powell im Rahmen der Pressekonferenz nach dem Zinsentscheid einen eher falkenhaften Ton anschlagen und betonen, dass der Zinsgipfel in den USA noch nicht sicher erreicht sei. Selbst wenn - wie am Markt überwiegend erwartet - vorerst keine weitere Leitzinserhöhung erfolge.
Vonseiten der EZB werde hingegen eine weitere Zinsanhebung um 0,25 Prozentpunkte erwartet. Allerdings würden die Stimmen zunehmen, die im Juli keinen weiteren Zinsschritt mehr erwarten würden. Besonders beachtet werde vor diesem Hintergrund die Adjustierung der EZB-eigenen Inflationsprojektion für das Jahr 2024. Nur wenn die bisher für die Eurozone erwarteten 2,9 Prozent im Jahresmittel deutlicher nach unten korrigiert würden, wäre kurzfristig mit positiven Impulsen für die Aktienmärkte zu rechnen.
In Japan sei nicht mit einem Strategiewechsel hin zu einer restriktiveren Ausrichtung zu rechnen. (13.06.2023/alc/a/a)
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