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01.06.23 10:15
Im High-Yield-Markt momentan Qualität bevorzugen

Zürich (www.anleihencheck.de) - Im bisherigen Jahresverlauf verbuchten globale High-Yield-Anleihenfonds beziehungsweise -strategien einen Kurszuwachs von zwei bis drei Prozent - abhängig von der Währung des Anlagevehikels, so Kyle Kloc, Senior Portfolio Manager bei Fisch Asset Management in Zürich.

Damit könnten Investoren zufrieden sein angesichts der schwierigen Märkte im Vorjahr. Doch im Segment der Hochzinsanleihen sei eine gewisse Unsicherheit für den weiteren Jahresverlauf spürbar. Rezession laute das Schlagwort, welches dieses Anleihensegment negativ beeinflussen würde. Wenn sie eintrete, sei mit einer Ausweitung der Credit Spreads zu rechnen. Mit aktuell durchschnittlichen Renditen von rund 7 Prozent bei EUR-Anleihen und 8,5 Prozent bei ihren Pendants in USD stehe aber eine ordentliche Kompensation und damit ein guter Rendite-Puffer einer solchen Ausweitung entgegen.

Auch die Ausfallraten, die aktuell noch unter dem langfristigen Durchschnitt lägen, würden für Ruhe im High-Yield-Markt sorgen. In der aktuellen Situation mit dem Rezessionsrisiko am Horizont sollten Investoren aber höherwertige Bonds bevorzugen und sehr tiefe Ratings meiden. Besonders das CCC-Segment wäre von einer Rezession am stärksten betroffen. Aber auch schon jetzt mache hier das seit Anfang 2022 stark angestiegene Zinsniveau bei der Refinanzierung zu schaffen. Auf jeden Fall würden die Experten momentan nicht den Zeitpunkt sehen, mehr Risiko ins Portfolio zu nehmen.

Zyklische Sektoren würden die Experten aufgrund der angesprochenen Rezessionsthematik untergewichten. Sektoren, die ein solches Szenario besser überstehen sollten - dazu würden sie im High-Yield-Segment auch Energie oder Metalle zählen - würden übergewichten. Bei den Industriemetallen würden sie beispielsweise Potenzial bei Kupferminen sehen, da der Megatrend E-Mobilität hier für eine strukturell wachsende Nachfrage sorge. Die zu Jahresbeginn positiv gesehenen Financials und Technologiewerte seien mittlerweile eher mit Vorsicht zu betrachten. Die weiter schwelende Bankenkrise bei US-Regionalbanken und sich verschlechternde Finanzierungsbedingungen würden sich hier negativ auswirken.

Für europäische Hochzinsanleihen spreche momentan die faire Bewertung relativ zum etwas teureren USD-Markt und der höhere Carry sowie die generell defensivere Sektoraufteilung. Auch die kürzere Duration und damit eine geringere Anfälligkeit gegenüber steigenden Zinsen seien für langfristige Investments in EUR-High-Yield-Bonds positiv. Lediglich in punkto Liquidität sei der USD-Markt bei einer etwaigen Stresssituation im Vorteil. Aus Risikogesichtspunkten würden die Experten in der aktuellen Gesamtsituation High-Yield-Emittenten aus den Emerging Markets eher vorsichtig einstufen. Hier gelte es abzuwarten, bis mehr Klarheit bei der wirtschaftlichen Entwicklung bestehe.

Alles in allem seien die Experten der Ansicht, dass Hochzinsanleihen aus Risiko-/Rendite-Aspekten interessant bleiben würden - auch hinsichtlich der Bewertungen gegenüber Aktien, die zudem nicht über den erwähnten Zins-Puffer verfügen würden, wenn eine Rezession eintrete. Für Anleger seien derzeit schrittweise Investitionen zum Aufbau der High-Yield-Positionen sinnvoll, da die Frage nach einem guten Einstiegszeitpunkt mehr als schwierig zu beantworten sei. Der langfristige Anlagehorizont sei gefragter denn je, da das kurzfristige Timing zu vielen Faktoren unterliege.

Es sei momentan zwar nicht die beste aller Welten für Hochzinsanleihen, aber sicherlich auch nicht die schlechteste. Hochzinsanleihen böten attraktive Renditen mit einem deutlichen Puffer bei einer Ausweitung der Risikoaufschläge. Sollte sich ausserdem die Wirtschaftslage besser als derzeit erwartet entwickeln, dann sehe man deutliche Kursgewinne - zusätzlich zum bereits jetzt attraktiven Kupon. Entsprechend bleibe die Anlageklasse eine wichtige und sinnvolle Beimischung im Anleihenportfolio. (01.06.2023/alc/a/a)


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