Rotterdam (www.anleihencheck.de) - Eine Epoche der Verunsicherung hat begonnen, in der Anleger sich zyklischen, langfristigen und geopolitischen Wendepunkten gegenübersehen, so die Experten von ROBECO.
Diesem Fazit des kürzlich von ROBECO veröffentlichten Fünfjahresausblicks "Expected Returns 2023-27" (im Fokus: die Renditeerwartungen der kommenden Jahre) folgend, untersuche das Credit-Team des niederländischen Investmentmanagers, an welchem Punkt des Marktzyklus Anleger stünden.
"Es gibt ein paar positive Tail-Risiken, die den Basisfall verändern könnten", sage Verberk. "Erstens könnte ein unerwartetes Ende des Ukraine-Kriegs oder die Rezession selbst dazu führen, dass der Ölpreis noch viel weiter fällt. Dies würde sich positiv auf Inflation und Wachstum auswirken und könnte der FED einen guten Grund liefern, mit weiteren Zinserhöhungen zu warten. Zweitens ist die Preissetzungsmacht der Unternehmen vielleicht größer als erwartet, was wiederum gut für das wirtschaftliche Wohlergehen der Unternehmen wäre. Insgesamt denken wir, dass wir noch nicht alle Phasen des Bärenmarkts hinter uns haben, aber allmählich dahin gelangen."
Dabei würden die Zentralbanken - in ihrem Kampf gegen Inflation - nach Meinung der ROBECO-Experten das Geschehen an den Märkten wie nie zuvor bestimmen. "Ungeachtet des doppelten Mandats, das die Zentralbanken haben mögen, nehmen wir sie vorerst beim Wort, wenn sie sagen, es sei notwendig, die Wirtschaft leiden zu lassen, um die Inflationserwartungen wieder auf Linie zu bringen", so Victor Verberk, Co-Leiter des ROBECO Credits-Teams. Und weiter: "Das heißt, mit Blick auf Unternehmensgewinne, Investitionstätigkeit, Ausfälle bei von hoch verschuldeten Unternehmen aufgenommenen Krediten und die Marktvolatilität im Allgemeinen wird es weitere rezessionsbedingte Belastungen geben. Die Bewertungskennzahlen sind gefallen, aber noch nicht auf ausreichend breiter Basis." (12.10.2022/alc/a/a)
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