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15.08.22 09:54
Renten: Schwankungsreich, aber letztlich wenig verändert

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Staatsanleihemärkte reagierten sehr schwankungsreich auf die US-Inflationsdaten, so die Experten von Union Investment.

Per saldo hätten sich die Renditen im Vergleich zum Vorwochenschluss aber nur wenig verändert gezeigt. Zunächst hätten Kursgewinne das Geschehen bestimmt, ehe es zu einer Gegenbewegung gekommen sei. Letztlich habe die US-Zinskurve in der Berichtswoche über die langen Laufzeiten etwas steiler tendiert. Zehnjährige US-Treasuries hätten (Freitagmittag) mit 2,88 nach 2,83 Prozent rentiert. Die Erwartung eines möglichen "Soft-Landing" der US-Wirtschaft im Rahmen eines weniger dynamischen Zinsanstiegs durch die US-Notenbank sei als Anlass für die Gegenbewegung und zuletzt rückläufigen Anleihekurse angeführt worden. Die US-Zinskurve im Bereich 2/10-Jahre sei weiter invers gewesen, das heiße, zweijährige Papiere hätten mit 3,22 Prozent höher als ihre zehnjährigen Pendants rentiert.

Am Markt für deutsche Bundespapiere seien über alle Laufzeiten hinweg leicht erhöhte Renditen zu beobachten gewesen. Vor allem habe sich die Verzinsung zweijähriger Titel in volatilem Handel mit plus 13 Basispunkten merklich erhöht. In der Euro-Peripherie seien die Renditen ebenfalls leicht angestiegen. Italien habe zum Wochenbeginn im Blickpunkt gestanden, da die Ratingagentur Moody's den Ausblick auf die Verschuldungslage Italiens vor dem Hintergrund der dortigen politischen Krise von stabil auf negativ herabgestuft habe. Bereits im Juli habe Standard & Poor's seinen Ausblick von positiv auf stabil heruntergenommen. Auf den Risikoaufschlag gegenüber deutschen Bundesanleihen habe dies kaum Auswirkungen gehabt, den dieser habe sich im weiteren Wochenverlauf weitgehend stabil gezeigt.

Von der Zuversicht der Anleger profitieren konnten in US-Dollar und Euro notierte Anleihen aus den Schwellenländern, so die Experten von Union Investment. Im JP Morgan EMBI Global Diversified-Index gelistete Papiere seien gut nachgefragt gewesen. Die Risikoprämien (Spreads) gegenüber US-Staatsanleihen seien mit 472 Basispunkten per Donnerstagabend nunmehr deutlich unter die 500er-Marke gefallen. Rückläufige Spreads hätten zudem auch europäische Unternehmensanleihen aufgewiesen. (Ausgabe vom 12.08.2022) (15.08.2022/alc/a/a)


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