Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Inflations- und Rezessionssorgen dominieren das Geschehen an den Finanzmärkten und daran wird sich mit den heute anstehenden US-Daten vermutlich nichts ändern, so die Analysten der Helaba.
Besonders auffällig sei die fortgesetzte Inversion der US-Kurve. Bonds mit 10-jähriger Laufzeit würden niedriger als 2-jährige Papiere rentieren. Der Spread habe mit zeitweise -27 BP den vorläufig niedrigsten Stand seit der Finanzkrise 2007 erreicht, sich dann aber wieder erhöht.
Auch die Bundkurve sei erwartungsgemäß flacher geworden, wenngleich die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe zeitweise wieder gestiegen sei. Ein erneuter Rückgang und Test der 1% Marke sei aber weiterhin möglich. Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) sei hohen Schwankungen ausgesetzt, letztlich gebe der Aufwärtstrend aber weiterhin den Ton an. Unterstützung würden die Trendlinie und die 55-Tagelinie bei 151,32 bzw. 150,50 bieten.
Die Peripheriespreads seien zuletzt wieder gestiegen. Italienische Anleihen mit 10-jähriger Laufzeit würden gegenüber Bundesanleihen eine Renditedifferenz von etwa 220 BP aufweisen. Auch gegenüber spanischen Bonds würden BTPs schlechter performen. Der anhaltende Koalitionsstreit in Italien dürfte hier eine Rolle spielen. Ministerpräsident Draghi habe nach einem Streit mit der 5-Sterne-Bewegung seinen Rücktritt angekündigt, den Staatspräsident Mattarella aber abgelehnt habe. Ob Draghi nun eine neue Mehrheit suche und sich dies per Vertrauensvotum bestätigen lasse, bleibe abzuwarten. (15.07.2022/alc/a/a)
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