Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Die US-Notenbank hat zweifelsohne aus ihren Fehlern der Vergangenheit gelernt, so Dr. Otmar Lang, Chefvolkswirt der TARGOBANK AG.
In der Coronapandemie habe sie es versäumt, auf die sehr laxe US-Fiskalpolitik geldpolitisch zu antworten. Jetzt korrigiere sie das mit dem wohl straffsten geldpolitischen Anpassungskurs seit mehr als 30 Jahren.
Wo lägen die Risiken? Die US-Inflation könnte in den kommenden Monaten wider Erwarten weiter ansteigen und die US-Leitzinserwartungen noch stärker nach oben katapultieren. Denn kurzfristig sehe es nicht nach einem Ende des Kriegs in der Ukraine aus, eine immer stärkere Sanktionierung russischer Energie sei also wahrscheinlich. Zudem könnte sich der anhaltende Lockdown in Peking auf andere chinesische Großregionen ausweiten, was die Lieferengpässe in der westlichen Welt massiv verschärfen würde.
Der FED könnte es also gelingen, trotz hoher Inflationsraten zumindest die Inflationserwartungen wieder rasch in den Griff bekommen. Wenn der mittelfristige Preis-Ausblick eine Besserung verspreche, sei das für die Kapitalmärkte eine gute Nachricht. Erst im ersten Halbjahr 2023 dürfte sich dann zeigen, ob die US-Konjunktur durch diese Maßnahmen vollends abgewürgt werde.
Insgesamt habe die aktuelle Notenbankpolitik der FED zur Bekämpfung des Preisauftriebs sehr gute Noten verdient. Die EZB sollte sich daran ein Beispiel nehmen: Frau Lagarde, so gehe das! (Ausgabe vom 04.05.2022) (05.05.2022/alc/a/a)
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