Luxemburg (www.anleihencheck.de) - Während eine kurzfristige positive Überraschung auf der nächsten Sitzung der US-Notenbank (FED), also eine Zinserhöhung um 75 Basispunkte, unseres Erachtens nicht sehr wahrscheinlich ist, so kann dies längerfristig nicht behauptet werden, da die Sichtweite auf die künftige Inflationsdynamik eingeschränkt bleibt, so Gergely Majoros, Mitglied des Investmentkomitees von Carmignac.
Es werde allgemein erwartet, dass die monatlichen Inflationsdaten bald ihren Höhepunkt erreichen, wahrscheinlich um den Mai herum, und danach deutlich zurückgehen würden. Es sei noch nicht klar, ob die Zahlen auf ein vernünftigeres Niveau zurückkehren würden, etwa auf um die 2 Prozent in den nächsten zwölf Monaten. Neben der angespannten Lage auf dem US-Arbeitsmarkt werde viel von Faktoren wie einem möglichen Energieembargo gegen Russland oder dem Ausmaß der chinesischen Abriegelungsmaßnahmen abhängen.
Die Sichtweite im Hinblick auf diese Faktoren sei nach wie vor gering, auch wenn in Bezug auf China Präsident Xi Jinping kürzlich seine Absicht bekundet habe, der Wirtschaft in Zukunft nicht mehr als nötig zu schaden.
Nicht zuletzt hätten sich die Finanzmärkte nach der desinflationären Phase der letzten Jahrzehnte nach Erachten der Experten noch nicht vollständig auf eine potenziell nachhaltige Inflationsdynamik eingestellt.
In dieser Hinsicht könnte das Potenzial für kurzfristige Überraschungen bei der nächsten Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) im Juni höher sein: Die europäische Währungsbehörde könnte beschließen, die Zinsen früher anzuheben als erwartet, also bereits im Juli statt erst im September. In jedem Fall werde auf beiden Seiten des Atlantiks die Inflation entscheiden!
Vor diesem Hintergrund würden die Fonds der Experten sowohl bei der Laufzeit als auch bei den Spread-Produkten, wie Peripherieanleihen, Kredit- und Schwellenländerschulden, vorsichtig positioniert bleiben. (03.05.2022/alc/a/a)
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