Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Entwicklung der europäischen Staatsanleihemärkte war in der vergangenen Woche zweigeteilt, so die Experten von Union Investment.
Zunächst seien Wachstumssorgen aufgekommen, die für rückläufige Renditen gesorgt hätten. Zwischenzeitlich sei die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen wieder unter die Marke von 0,8 Prozent gerutscht, nachdem vergangenen Freitag noch die Ein-Prozent-Marke angetestet worden sei. Nach dem starken Renditeanstieg hätten einige Marktteilnehmer zudem Gewinne mitgenommen. Am Donnerstag habe die Konsolidierung jedoch abrupt geendet.
Im Rahmen der Bewegung am Donnerstag hätten Anleihen aus den Peripherieländern die größten Kursverluste hinnehmen müssen. Hier habe sich vor allem das mögliche Ende des Ankaufprogramms und die damit dann wegfallende Unterstützung bemerkbar gemacht. Die Renditedifferenz von italienischen Papieren zu Bundesanleihen habe erstmals seit Mitte 2020 wieder die Marke von 180 Basispunkten überstiegen.
Die neue Woche starte mit Feiertagen in einigen Ländern. Zunächst sei daher mit einem ruhigen Handel zu rechnen. Konjunkturseitig stünden zudem eher wenig relevante Datenpunkte auf der Agenda. Das wichtigste Marktereignis dürfte daher die Sitzung der US-Notenbank FED am Mittwoch sein. Marktteilnehmer würden einen Zinsschritt von 50 Basispunkten und die verbale Bekräftigung einer restriktiveren Geldpolitik erwarten. Kurz vor dem Wochenende würden dann noch die Daten vom US-Arbeitsmarkt veröffentlicht. Dieser sollte sich weiterhin in einer sehr robusten Verfassung befinden. Die Zahl der neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft dürfte aber wohl etwas geringer ausfallen als im Vormonat. (Ausgabe vom 29.04.2022) (02.05.2022/alc/a/a)
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