Hamburg (www.anleihencheck.de) - Das BIP der Eurozone dürfte in diesem Jahr nur noch um 2,9% expandieren, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank.
Vor der Invasion Russlands in der Ukraine seien die Analysten noch von 4,2% ausgegangen. Die Inflation sollte zunächst noch weiter steigen. Die langfristigen Bundrenditen würden sie am Jahresende bei 1,25% und den EZB-Leitzins bei 0,50% sehen.
Insbesondere die Verteuerung der Produktion werde voraussichtlich die Investitionstätigkeit stark belasten. Das zeige die jüngste Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelstages sowie die Erfahrungen aus den 1970er Jahren, als die Investitionstätigkeit vor allem nach dem Ausbruch der Ölkrise von 1973 kräftig nach unten gegangen sei. Die Zahlen würden jedoch auch zeigen, dass der private Konsum relativ stabil geblieben sei. Dies könnte auch dieses Mal so sein, da die Sparquote in der Eurozone mit 15,4% weiterhin über dem langfristigen Durchschnitt von 13,4% liege und reale Einkommenseinbußen daher aufgefangen werden können. Weiter gelte, dass die Auftragsbücher voll seien und nachfrageseitig daher keine Einschränkungen drohen würden.
Vor dem Hintergrund der hohen Inflation seien die langfristigen Bundrenditen kräftig gestiegen und hätten zeitweilig die Marke von 0,70% überschritten. Die EZB werde die Anleiheankäufe im Laufe von Q3 einstellen und damit den Weg für eine erste Leitzinserhöhung freimachen. Solange eine tiefe Rezession nicht in Sichtweite sei, werde die EZB an ihren vermutlich geplanten Zinserhöhungen festhalten. Die langfristigen Renditen würden bis Ende 2023 auf voraussichtlich 1,65% steigen. (Ausgabe April 2022) (06.04.2022/alc/a/a)
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